

Was hat der radikalste Denker der Moderne mit dem Fahrradfahren zu tun? Offiziell nichts: Nietzsche war passionierter Wanderer, Zweiräder suchte man in seiner Biografie vergeblich. Und doch antizipierte seine Philosophie das Velo auf genialische Weise.
Vom buddhistischen Kala-Chakra bis hin zu Zarathustras Vision des „aus sich rollenden Rades“ begibt sich dieser Essay auf eine faszinierende Spurensuche. Er zeigt, warum das Fahrrad weit mehr ist als ein Fortbewegungsmittel: Es ist ein philosophisches Instrument, das uns das dynamische Gleichgewicht des Lebens lehrt und die „Ewige Wiederkehr des Gleichen“ im Fahrtwind erfahrbar macht. Eine Einladung, das Denken in Bewegung zu setzen.


Im zweiten Teil seines Artikels über seine Reise durch den muslimisch geprägten Süden Glasgows geht unser Stammautor Henry Holland vertieft auf Nietzsches immer wieder aufflammende Beschäftigung mit der Religion Mohammeds ein, erläutert näher, wie der französische Künstler und Theoretiker Pierre Klossowski in seinem experimentellen Roman Der Baphomet Nietzscheanismus, sexuelle Transgression und vom Islam inspirierte Mystik in eigensinniger Weise verband und kehrt dann noch einmal zurück in die schottische Großstadt, um seinen Reisebericht abzurunden.
Aus dem Englischen übersetzt von Lukas Meisner und Paul Stephan.