

Nietzsche ist ein Meister der Provokation und der Pointe. Im Hofnarren erkennt er eine Figur, die sich nicht anpassen kann und den Mächtigen deshalb Wahrheiten sagt, die sie sonst kaum zu hören bekommen – und sie damit zugleich zum Lachen bringt. Lässt sich darin eine Parallele zur heutigen Stand-up-Comedy erkennen? Wie kommen hier Haltung und Handwerk zusammen? Welchen Einfluss haben Bühnenraum, Publikum und soziale Medien darauf, was wann und wo als komisch empfunden wird? Und wer sind überhaupt die Mächtigen von heute: politische Machthaber, gesellschaftliche Mehrheiten oder Algorithmen?
Unser Autor Bernhard Ostheimer traf sich mit der Comedian und promovierten Philosophin Sandra Schmidt, um über Nietzsche, das Handwerk der Komik und die Kunst zu sprechen, Grenzen zu überschreiten, ohne den Kontakt zum Publikum zu verlieren.
Eine längere, unredigierte Fassung des Gesprächs können Sie auch auf YouTube ansehen oder auf Soundcloud anhören.


Nietzsche hatte mit großer Gewissheit keine Kinder und äußert sich in seinem Werk auch nicht besonders freundlich zum Thema Vaterschaft. Der freie Geist ist für ihn ein kinderloser Mann, die Erziehung der Kinder die Aufgabe der Frauen. Gleichzeitig dient ihm das Kind immer wieder als Metapher für den befreiten Geist, als Vorahnung des Übermenschen. Vermag er dadurch heutige Väter vielleicht doch zu inspirieren? Und kann man gleichzeitig Vater und Nietzscheaner sein? Henry Holland und Paul Stephan, beide Väter, diskutierten über diese Frage.
Das komplette, ungekürzte Gespräch haben wir parallel auch auf dem YouTube-Kanal der Halkyonischen Assoziation für radikale Philosophie publiziert (Teil 1, Teil 2).