

Vor recht genau zwei Jahren haben wir auf diesem Blog unseren ersten Artikel publiziert, Der umkämpfte Nietzsche, einen Bericht von Paul Stephan über die Jahrestagung der Nietzsche-Gesellschaft im Jahr 2023. Zeit, einen Moment innezuhalten und darüber nachzudenken, was wir bislang auf diesem Blog gemacht haben und wie die Zukunft aussehen könnte. Unser Chefredakteur zieht ein Zwischenfazit und gibt einen Einblick in unsere Pläne.
Dieses Jubiläum verbinden wir mit zwei besonderen Aufrufen an Sie. Zum einen haben wir ein kleines Quiz erstellt (Link). Beantworten Sie vier Fragen richtig, deren Antworten sich aus unseren bisherigen Artikeln ergeben, und Sie können einen von dreizehn Preisen gewinnen – und wenn Sie möchten, können Sie uns darüber hinaus wertvolles Feedback zu unserer Arbeit geben.
Wir möchten Sie außerdem auf unseren Crowdfundingcall aufmerksam machen. Bis zum 10. Juli rufen wir Sie herzlich dazu auf, uns dabei zu unterstützen, 6.000 € zu akquirieren, um weitere professionelle Übersetzungen unserer Artikel finanzieren zu können. Wir bieten Ihnen im Gegenzug einige phantastische Prämien an wie insbesondere die Möglichkeit, einen Artikel Ihrer Wahl zu übersetzen oder uns ein Artikelthema aufzutragen, zu dem Sie schon immer gerne etwas auf diesem Blog lesen wollten. Oder Sie können einige unserer Autorinnen und Autoren bei einem exklusivem Zoom-Workshop für unsere Unterstützer kennenlernen. Werden Sie zum Brückenbauer!


Vor 125. Jahren, am 25. August 1900, starb der Philosoph Friedrich Nietzsche. Dieses bedeutende Datum nehmen wir zum Anlass, um rund um den diesjährigen Jahrestag seiner Geburt am 15. Oktober 1844 herum Interviews mit zweien der international renommiertesten Nietzsche-Forschern, Andreas Urs Sommer und Werner Stegmaier, zu publizieren. Der Freiburger Philosophieprofessor Sommer arbeitet gerade an einer umfangreichen Biographie des Denkers, weshalb sich das Gespräch mit ihm insbesondere um dessen Leben drehte; das Gespräch mit seinem Greifswalder Kollegen, in dem es vor allem um Nietzsches Denken geht, wird in Kürze folgen (Link). Dass beides nicht zu trennen ist, wird sich schnell zeigen. Wir befragten den Experten u. a. zu Nietzsches Charakter, seiner Sexualität und der Frage, inwiefern er das lebte, was er verkündete.


Jüngst erlebte die geisteswissenschaftliche Szene eine kleine Sensation: Im Nachlass Michel Foucaults (1926–1984), eines der bedeutendsten Vertreter des Poststrukturalismus, stießen seine Herausgeber auf ein ausgearbeitetes Buchmanuskript mit dem Titel Le discours philosophique, an dem der bekennende Nietzscheaner 1966 gearbeitet hatte. 2024 erschien es bei Suhrkamp in deutscher Übersetzung. In dieser umfassenden Analyse des philosophischen Diskurses seit Descartes kommt Nietzsche eine entscheidende Rolle zu. Paul Stephan nimmt dieses Ereignis zum Anlass, sich die bis heute einflussreichste Nietzsche-Interpretation des 20. Jahrhunderts noch einmal genauer anzusehen.