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Rhizom

Gesteigerte Idylle

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Nietzsche und der Wald

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Teil I: Silvanische Exile in Antike, Romantik und Moderne

Gesteigerte Idylle

Nietzsche und der WaldTeil I: Silvanische Exile in Antike, Romantik und Moderne

19.10.26
Michael Meyer-Albert

Gibt es eine Verbindung zwischen Ort und Denken? Wie könnten Nietzsches Philosophie und der Wald zusammenhängen?

Der Wald erscheint in der deutschen Kultur oft als Inbegriff der Idylle. Im vorletzten Teil unserer Serie „Lebensgrundlage Wald“ vertritt unser Autor Michael Meyer-Albert die These, dass Nietzsche dieser Idyllik eine ganze neue Form gab, indem er sie dynamisierte.

Er diskutiert zunächst zwei Formen der traditionellen Idylle. Während die klassische Idylle in südeuropäischen Traditionen (wie bei Vergil) eher die sonnige, arkadische Hirtenlandschaft oder den geordneten Garten feierte, findet sich die philosophische Idylle in den Mauern der Akademie. Schutz vor der Doxa, Huldigen des Logos.

Den deutschen Wald als spezifisch deutsche Form der Idylle analysiert Meyer-Albert dann mit Hilfe des von dem romantischen Schriftsteller Ludwig Tieck (1773–1853) geprägten Begriffs der „Waldeinsamkeit“. Der Wald wird hier als geradezu religiös aufgeladener Schutzraum vor den Zumutungen der Moderne verstanden. Wird dieser aggressiv verteidigt, kann diese Romantik schnell in reaktionäre Mythologie, heutzutage auch im linken Gewand, umschlagen.

Nietzsches Modifikation der antimodernen deutschen Idylle des Waldes zu einer die Moderne bejahenden heroischen Idyllik bildet einen Gegenentwurf zu all diesen traditionellen Formen der Idyllik gleichermaßen – sie wird im Mittelpunkt des zweiten Teils dieses Artikels stehen.

Gibt es eine Verbindung zwischen Ort und Denken? Wie könnten Nietzsches Philosophie und der Wald zusammenhängen? Der Wald erscheint in der deutschen Kultur oft als Inbegriff der Idylle. Im vorletzten Teil unserer Serie „Lebensgrundlage Wald“ vertritt unser Autor Michael Meyer-Albert die These, dass Nietzsche dieser Idyllik eine ganze neue Form gab, indem er sie dynamisierte. Er diskutiert zunächst zwei Formen der traditionellen Idylle. Während die klassische Idylle in südeuropäischen Traditionen (wie bei Vergil) eher die sonnige, arkadische Hirtenlandschaft oder den geordneten Garten feierte, findet sich die philosophische Idylle in den Mauern der Akademie. Schutz vor der Doxa, Huldigen des Logos. Den deutschen Wald als spezifisch deutsche Form der Idylle analysiert Meyer-Albert dann mit Hilfe des von dem romantischen Schriftsteller Ludwig Tieck (1773–1853) geprägten Begriffs der „Waldeinsamkeit“. Der Wald wird hier als geradezu religiös aufgeladener Schutzraum vor den Zumutungen der Moderne verstanden. Wird dieser aggressiv verteidigt, kann diese Romantik schnell in reaktionäre Mythologie, heutzutage auch im linken Gewand, umschlagen. Nietzsches Modifikation der antimodernen deutschen Idylle des Waldes zu einer die Moderne bejahenden heroischen Idyllik bildet einen Gegenentwurf zu all diesen traditionellen Formen der Idyllik gleichermaßen – sie wird im Mittelpunkt des zweiten Teils dieses Artikels stehen.

Wille zum Wald

Nietzsches Entdeckung des Waldbadens

Wille zum Wald

Nietzsches Entdeckung des Waldbadens

19.8.26
Gary Shapiro

Im vierten Teil unserer Serie „Lebensgrundlage Wald“ untersucht der renommierte US-amerikanische Nietzsche-Forscher Gary Shapiro weitere Aspekte von Nietzsches Verbundenheit zu den Wäldern: die persönliche Begeisterung des Philosophen für das, was man heutzutage vermehrt als „Waldbaden“ bezeichnet, die naturwissenschaftliche Grundlage für den Nutzen dieser Praktik für Körper und Geist und die pure Freude am Atmen frischer Luft, ob im Wald oder wo auch immer man sie finden mag. Shapiros Essay unterstreicht, warum dieser besondere Lebensraum so wichtig ist – nicht nur für unser individuelles Wohlergehen, sondern für die Gesundheit des gesamten Planeten.

Aus dem Englischen übersetzt von Paul Stephan.

Im vierten Teil unserer Serie „Lebensgrundlage Wald“ untersucht der renommierte US-amerikanische Nietzsche-Forscher Gary Shapiro weitere Aspekte von Nietzsches Verbundenheit zu den Wäldern: die persönliche Begeisterung des Philosophen für das, was man heutzutage vermehrt als „Waldbaden“ bezeichnet, die naturwissenschaftliche Grundlage für den Nutzen dieser Praktik für Körper und Geist und die pure Freude am Atmen frischer Luft, ob im Wald oder wo auch immer man sie finden mag. Shapiros Essay unterstreicht, warum dieser besondere Lebensraum so wichtig ist – nicht nur für unser individuelles Wohlergehen, sondern für die Gesundheit des gesamten Planeten.

Der postmoderne Wald

Wie im Wald der Totalitätsanspruch der Moderne konterkariert wird

Der postmoderne Wald

Wie im Wald der Totalitätsanspruch der Moderne konterkariert wird

5.6.26
Mandus Craiss

Der Wald ist im Trend. Und damit steht er keineswegs im Widerspruch zu einem anderen, noch größeren Trend unserer Zeit: der Digitalisierung. Mandus Craiss zeigt in diesem Artikel, dass der Wald ein Netzwerk ist. Auch die Digitalisierung geschieht netzwerkförmig; beide Phänomene sind daher charakteristisch für die Postmoderne.  

Im ersten Teil des Artikels wird der Wald charakterisiert als nicht-zentralistisches und damit typisch postmodernes Naturphänomen. Im zweiten Teil wird die „Postmoderne“ definiert und die Frage erörtert, inwieweit dieser Epochenbegriff noch oder wieder aktuell ist – ein Diskurs, dessen ganz frühe Wurzeln auch bis zu Nietzsche zurückreichen. Im dritten Teil wird schließlich dargelegt, wie der Netzwerkaspekt der Postmoderne sich zeigt und wie sich das Mensch-Wald-Verhältnis in jüngster Zeit entwickelt hat.

Dieser Artikel ist Teil unserer diesjährigen Schwerpunktreihe „Lebensgrundlage Wald“.

Der Wald ist im Trend. Und damit steht er keineswegs im Widerspruch zu einem anderen, noch größeren Trend unserer Zeit: der Digitalisierung. Mandus Craiss zeigt in diesem Artikel, dass der Wald ein Netzwerk ist. Auch die Digitalisierung geschieht netzwerkförmig; beide Phänomene sind daher charakteristisch für die Postmoderne. Im ersten Teil des Artikels wird der Wald charakterisiert als nicht-zentralistisches und damit typisch postmodernes Naturphänomen. Im zweiten Teil wird die „Postmoderne“ definiert und die Frage erörtert, inwieweit dieser Epochenbegriff noch oder wieder aktuell ist – ein Diskurs, dessen ganz frühe Wurzeln auch bis zu Nietzsche zurückreichen. Im dritten Teil wird schließlich dargelegt, wie der Netzwerkaspekt der Postmoderne sich zeigt und wie sich das Mensch-Wald-Verhältnis in jüngster Zeit entwickelt hat.

Bangladesch begehrt auf

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Der Wille zur Revolution

Bangladesch begehrt auf

Der Wille zur Revolution

28.3.25
Estella Walter

Für insgesamt 20 Jahre herrschte in Bangladesch ein eisernes, autoritäres Regime unter Sheikh Hasina, der Tochter des ersten Präsidenten seit der Unabhängigkeit des Landes von Pakistan, Sheikh Mujibur Rahman. Doch innerhalb kürzester Zeit brachen im Juli 2024 landesweite Aufstände von einer solchen Gewaltigkeit aus, dass sie Hasina nach nur einem Monat stürzten und ins Exil trieben. Wie kam es zu diesem Sieg von unten und wie helfen uns Nietzsches Wille zur Macht und seine Ausarbeitungen von Foucault und Deleuze weiter, um diesen historischen Moment zu verstehen?

Für insgesamt 20 Jahre herrschte in Bangladesch ein eisernes, autoritäres Regime unter Sheikh Hasina, der Tochter des ersten Präsidenten seit der Unabhängigkeit des Landes von Pakistan, Sheikh Mujibur Rahman. Doch innerhalb kürzester Zeit brachen im Juli 2024 landesweite Aufstände von einer solchen Gewaltigkeit aus, dass sie Hasina nach nur einem Monat stürzten und ins Exil trieben. Wie kam es zu diesem Sieg von unten und wie helfen uns Nietzsches Wille zur Macht und seine Ausarbeitungen von Foucault und Deleuze weiter, um diesen historischen Moment zu verstehen?

Kafkas und Nietzsches vor dem Staat flüchtender Mensch

Oder: Frau-Werden nach Deleuze & Guattari

Kafkas und Nietzsches vor dem Staat flüchtender Mensch

Oder: Frau-Werden nach Deleuze & Guattari

3.12.24
Hans-Martin Schönherr-Mann

Kafka und Nietzsche eint die Auseinandersetzung mit Staat und Bürokratie. Deleuze & Guattari, deren Werke sich auf beide stützen, entwickeln eine unpolitische Antwort auf die fatale politische Situation, nämlich Verwandlungen nach Kafka, ein über sich Hinauswachsen nach Nietzsche, was man als Fluchtlinien aus einer bevormundenden Gesellschaft verstehen kann.

Kafka und Nietzsche eint die Auseinandersetzung mit Staat und Bürokratie. Deleuze & Guattari, deren Werke sich auf beide stützen, entwickeln eine unpolitische Antwort auf die fatale politische Situation, nämlich Verwandlungen nach Kafka, ein über sich Hinauswachsen nach Nietzsche, was man als Fluchtlinien aus einer bevormundenden Gesellschaft verstehen kann.

Aufklärungsdämmerung

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Nietzsches Wahrheit des Scheins II

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Aufklärungsdämmerung

Nietzsches Wahrheit des Scheins II

19.6.24
Michael Meyer-Albert

Nachdem Michael Meyer-Albert im ersten Teil seines Textes die, traurige, Geschichte von den Selbstzweifeln der Aufklärung erzählte, berichtet er nun von Nietzsches „fröhlicher Wissenschaft“ als Gegenentwurf.

Nachdem Michael Meyer-Albert im ersten Teil seines Textes die, traurige, Geschichte von den Selbstzweifeln der Aufklärung erzählte, berichtet er nun von Nietzsches „fröhlicher Wissenschaft“ als Gegenentwurf.