

Nietzsche ist ein Meister der Provokation und der Pointe. Im Hofnarren erkennt er eine Figur, die sich nicht anpassen kann und den Mächtigen deshalb Wahrheiten sagt, die sie sonst kaum zu hören bekommen – und sie damit zugleich zum Lachen bringt. Lässt sich darin eine Parallele zur heutigen Stand-up-Comedy erkennen? Wie kommen hier Haltung und Handwerk zusammen? Welchen Einfluss haben Bühnenraum, Publikum und soziale Medien darauf, was wann und wo als komisch empfunden wird? Und wer sind überhaupt die Mächtigen von heute: politische Machthaber, gesellschaftliche Mehrheiten oder Algorithmen?
Unser Autor Bernhard Ostheimer traf sich mit der Comedian und promovierten Philosophin Sandra Schmidt, um über Nietzsche, das Handwerk der Komik und die Kunst zu sprechen, Grenzen zu überschreiten, ohne den Kontakt zum Publikum zu verlieren.
Eine längere, unredigierte Fassung des Gesprächs können Sie auch auf YouTube ansehen oder auf Soundcloud anhören.


Es hat bereits eine gewisse Tradition, dass wir zu Nietzsches Todestag ein „Gespräch“ zwischen Paul Stephan und ChatGPT publizieren. Während sich die bisherigen beiden dieser „Interviews“ (Nr. 1, Nr. 2) vor allem darum drehten, die Grenzen der K„I“ aufzuzeigen und diese ein wenig vorzuführen, ging es unserem Autor nun primär darum, auf einen anderen häufig gegen die K„I“ vorgebrachten Einwand einzugehen: dass sie unliebsame, zu sehr vom Mainstream abweichende Meinungen zensiere und es den Diskurs mithin verenge, wenn die Outputs der K„I“ mehr und mehr zur Messlatte der „Wahrheit“ würden.
Wir müssen Sie also eindrücklich warnen: Zu diesem Zweck konfrontierte unser Autor ChatGPT mit einigen radikalen Interpretationen und Ansichten, die in keinster Weise seiner eigenen Sichtweise entsprechen und die auf diesem Blog ansonsten auch keinen Platz finden würden, sondern diametral unseren Werten und unserem Zugang zu Nietzsche widersprechen. Um dies zu markieren, nennt er sich für dieses Gespräch auch „Zero Newman“. Es ging ihm darum, auf die Zensurmechanismen der KI aufmerksam zu machen, aber auch kritisch-satirisch auf mögliche „dunkle“ Deutungen Nietzsches hinzuweisen, die nicht bloß eine Sache der Vergangenheit sind.
Ein Kommentar Paul Stephans zu diesem „Interview“ und der grassierenden Verwendung von K„I“-gestützten Nietzsche-Interpretationen und -Bildern im Internet finden Sie hier.


Im zweiten Teil seines Artikels über seine Reise durch den muslimisch geprägten Süden Glasgows geht unser Stammautor Henry Holland vertieft auf Nietzsches immer wieder aufflammende Beschäftigung mit der Religion Mohammeds ein, erläutert näher, wie der französische Künstler und Theoretiker Pierre Klossowski in seinem experimentellen Roman Der Baphomet Nietzscheanismus, sexuelle Transgression und vom Islam inspirierte Mystik in eigensinniger Weise verband und kehrt dann noch einmal zurück in die schottische Großstadt, um seinen Reisebericht abzurunden.
Aus dem Englischen übersetzt von Lukas Meisner und Paul Stephan.