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Edmund Husserl

„Tatsachen gibt es nicht, nur Interpretationen“

Von Nietzsches Erkenntniskritik zum radikalen Konstruktivismus

„Tatsachen gibt es nicht, nur Interpretationen“

Von Nietzsches Erkenntniskritik zum radikalen Konstruktivismus

20.5.26
Hans-Martin Schönherr-Mann

Nietzsche hinterfragt die Wahrheit als adäquate Erkenntnis der Welt. Damit gibt es keine wahre Welt mehr, wie sie die modernen Wissenschaften unterstellen. Der radikale Konstruktivismus, der in der Biologie entsteht, für den Lebewesen ihre Umwelt nur so wahrnehmen, wie es ihre inneren Strukturen erlauben, bestätigt Nietzsches Analysen und damit auch die postmoderne Philosophie, in der Wahrheit auch nur als Konstruktion und nicht als objektive Erfassung eines Gegenstandes betrachtet wird. Daraus folgt nicht nur, dass man die Welt verschieden interpretieren kann, sondern auch dass es keine bestimmte allein richtige Wahrheit und damit Lebensform gibt.

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Nietzsche hinterfragt die Wahrheit als adäquate Erkenntnis der Welt. Damit gibt es keine wahre Welt mehr, wie sie die modernen Wissenschaften unterstellen. Der radikale Konstruktivismus, der in der Biologie entsteht, für den Lebewesen ihre Umwelt nur so wahrnehmen, wie es ihre inneren Strukturen erlauben, bestätigt Nietzsches Analysen und damit auch die postmoderne Philosophie, in der Wahrheit auch nur als Konstruktion und nicht als objektive Erfassung eines Gegenstandes betrachtet wird. Daraus folgt nicht nur, dass man die Welt verschieden interpretieren kann, sondern auch dass es keine bestimmte allein richtige Wahrheit und damit Lebensform gibt.

Diskurs, Macht, Wahn

Michel Foucaults Nietzsche-Interpretation revisited

Diskurs, Macht, Wahn

Michel Foucaults Nietzsche-Interpretation revisited

17.2.25
Paul Stephan

Jüngst erlebte die geisteswissenschaftliche Szene eine kleine Sensation: Im Nachlass Michel Foucaults (1926–1984), eines der bedeutendsten Vertreter des Poststrukturalismus, stießen seine Herausgeber auf ein ausgearbeitetes Buchmanuskript mit dem Titel Le discours philosophique, an dem der bekennende Nietzscheaner 1966 gearbeitet hatte. 2024 erschien es bei Suhrkamp in deutscher Übersetzung. In dieser umfassenden Analyse des philosophischen Diskurses seit Descartes kommt Nietzsche eine entscheidende Rolle zu. Paul Stephan nimmt dieses Ereignis zum Anlass, sich die bis heute einflussreichste Nietzsche-Interpretation des 20. Jahrhunderts noch einmal genauer anzusehen.

Jüngst erlebte die geisteswissenschaftliche Szene eine kleine Sensation: Im Nachlass Michel Foucaults (1926–1984), eines der bedeutendsten Vertreter des Poststrukturalismus, stießen seine Herausgeber auf ein ausgearbeitetes Buchmanuskript mit dem Titel Le discours philosophique, an dem der bekennende Nietzscheaner 1966 gearbeitet hatte. 2024 erschien es bei Suhrkamp in deutscher Übersetzung. In dieser umfassenden Analyse des philosophischen Diskurses seit Descartes kommt Nietzsche eine entscheidende Rolle zu. Paul Stephan nimmt dieses Ereignis zum Anlass, sich die bis heute einflussreichste Nietzsche-Interpretation des 20. Jahrhunderts noch einmal genauer anzusehen.

Ist Nietzsche ein Pubertätsphilosoph?

Ist Nietzsche ein Pubertätsphilosoph?

3.5.24
Natalie Schulte

In ihrem Beitrag zur Reihe „Was bedeutet Nietzsche für mich?“ geht unsere Stammautorin Natalie Schulte der Frage nach, ob man den Denker als „Pubertätsphilosophen“ bezeichnen kann und berichtet über ihre eigene Beziehung zu ihm.

In ihrem Beitrag zur Reihe „Was bedeutet Nietzsche für mich?“ geht unsere Stammautorin Natalie Schulte der Frage nach, ob man den Denker als „Pubertätsphilosophen“ bezeichnen kann und berichtet über ihre eigene Beziehung zu ihm.

Von Stalin zu Nietzsche oder Wie ich Nietzscheaner wurde (1970-1990)

Von Stalin zu Nietzsche oder Wie ich Nietzscheaner wurde (1970-1990)

4.4.24
Hans-Martin Schönherr-Mann

Als Marxist war Nietzsche schon ein frühes Ärgernis. Doch mit der Nietzsche-Renaissance in den Achtzigern kam ich nicht mehr an ihm vorbei. Dann entdeckte ich Nietzsche als innovativen Denker. - Teil II der Reihe „Was bedeutet Nietzsche für mich?“, in der sich unsere Stammautoren vorstellen.

Als Marxist war Nietzsche schon ein frühes Ärgernis. Doch mit der Nietzsche-Renaissance in den Achtzigern kam ich nicht mehr an ihm vorbei. Dann entdeckte ich Nietzsche als innovativen Denker. - Teil II der Reihe „Was bedeutet Nietzsche für mich?“, in der sich unsere Stammautoren vorstellen.