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Fünf Vorreden

Nietzsche auf dem Fahrrad

Eine Liebeserklärung

Nietzsche auf dem Fahrrad

Eine Liebeserklärung

7.7.26
Natalie Schulte

Was hat der radikalste Denker der Moderne mit dem Fahrradfahren zu tun? Offiziell nichts: Nietzsche war passionierter Wanderer, Zweiräder suchte man in seiner Biografie vergeblich. Und doch antizipierte seine Philosophie das Velo auf genialische Weise.

Vom buddhistischen Kala-Chakra bis hin zu Zarathustras Vision des „aus sich rollenden Rades“ begibt sich dieser Essay auf eine faszinierende Spurensuche. Er zeigt, warum das Fahrrad weit mehr ist als ein Fortbewegungsmittel: Es ist ein philosophisches Instrument, das uns das dynamische Gleichgewicht des Lebens lehrt und die „Ewige Wiederkehr des Gleichen“ im Fahrtwind erfahrbar macht. Eine Einladung, das Denken in Bewegung zu setzen.

Was hat der radikalste Denker der Moderne mit dem Fahrradfahren zu tun? Offiziell nichts: Nietzsche war passionierter Wanderer, Zweiräder suchte man in seiner Biografie vergeblich. Und doch antizipierte seine Philosophie das Velo auf genialische Weise. Vom buddhistischen Kala-Chakra bis hin zu Zarathustras Vision des „aus sich rollenden Rades“ begibt sich dieser Essay auf eine faszinierende Spurensuche. Er zeigt, warum das Fahrrad weit mehr ist als ein Fortbewegungsmittel: Es ist ein philosophisches Instrument, das uns das dynamische Gleichgewicht des Lebens lehrt und die „Ewige Wiederkehr des Gleichen“ im Fahrtwind erfahrbar macht. Eine Einladung, das Denken in Bewegung zu setzen.

„Steht auf, Sklaven, steht auf!“

Wanderungen mit Nietzsche durch das evangelikale christliche London: Teil 1

„Steht auf, Sklaven, steht auf!“

Wanderungen mit Nietzsche durch das evangelikale christliche London: Teil 1

19.6.26
Henry Holland

Von den Hedgefund-Milliardären, die Nigel Farage finanzieren und dies mit evangelikaler Missionsarbeit verbinden, zu Nietzsches fulminantem Angriff auf das Christentum als ein „Sklavenaufstand“: Dieser Essay spürt der beunruhigenden Art nach, auf die die Religion mitten im Herz des britischen öffentlichen Lebens zurückkehrt. Ausgestattet mit Wanderschuhen, einem Rucksack und dem Skeptizismus eines Philosophen, folgt unser Autor dem Geld, der Theologie und der Straßenkultur rund um das charismatische Christentum und sein scheinbar unaufhaltsames Wachstum. Mitten im Zentrum all dessen steht Sir Paul Marshall: milliardenschwerer Finanzier, christlicher Medienmogul und die Verkörperung eines Glaubens, der sich dazu berechtigt fühlt, nach elitärer Macht zu streben.

Aber es geht um mehr als darum, den Knoten sichtbar zu machen, der Reichtum und Religion verknüpft. Es geht darum, Nietzsches tiefster historische These auf den Grund zu gehen: dass das Christentum triumphierte, weil die sogenannten „Schwachen“ lernten, gegen die „Starken“ zu moralisieren. Wandernd durch Kirchen, Cafés und metropolitane Straßen, fragt dieser Essay, ob das gegenwärtige evangelikale London eine neue Form dieses Aufstands repräsentiert – oder seine völlige Verdrehung.

Der erste Teil widmet sich dem wachsenden Einfluss evangelikaler Netzwerke im heutigen Großbritannien und ihrer problematischen Allianz mit dem Finanzkapitalismus. Der zweite Teil, der bald erscheinen wird, wird dann zu den ersten Christen selbst zurückkehren.

Dieser Artikel ist die Fortsetzung von Henry Hollands Bericht über seine Wanderungen durch den muslimisch geprägten Süden Glasgows (Teil 1, Teil 2).

Aus dem Englischen übersetzt von Paul Stephan.

Von den Hedgefund-Milliardären, die Nigel Farage finanzieren und dies mit evangelikaler Missionsarbeit verbinden, zu Nietzsches fulminantem Angriff auf das Christentum als ein „Sklavenaufstand“: Dieser Essay spürt der beunruhigenden Art nach, auf die die Religion mitten im Herz des britischen öffentlichen Lebens zurückkehrt. Ausgestattet mit Wanderschuhen, einem Rucksack und dem Skeptizismus eines Philosophen, folgt unser Autor dem Geld, der Theologie und der Straßenkultur rund um das charismatische Christentum und sein scheinbar unaufhaltsames Wachstum. Mitten im Zentrum all dessen steht Sir Paul Marshall: milliardenschwerer Finanzier, christlicher Medienmogul und die Verkörperung eines Glaubens, der sich dazu berechtigt fühlt, nach elitärer Macht zu streben. Aber es geht um mehr als darum, den Knoten sichtbar zu machen, der Reichtum und Religion verknüpft. Es geht darum, Nietzsches tiefster historische These auf den Grund zu gehen: dass das Christentum triumphierte, weil die sogenannten „Schwachen“ lernten, gegen die „Starken“ zu moralisieren. Wandernd durch Kirchen, Cafés und metropolitane Straßen, fragt dieser Essay, ob das gegenwärtige evangelikale London eine neue Form dieses Aufstands repräsentiert – oder seine völlige Verdrehung. Der erste Teil widmet sich dem wachsenden Einfluss evangelikaler Netzwerke im heutigen Großbritannien und ihrer problematischen Allianz mit dem Finanzkapitalismus. Der zweite Teil, der bald erscheinen wird, wird dann zu den ersten Christen selbst zurückkehren.

Frieden aus Stärke

Nietzsches Blick auf ausgehandelte Macht und bewaffneten Frieden

Frieden aus Stärke

Nietzsches Blick auf ausgehandelte Macht und bewaffneten Frieden

28.2.26
Tobias Brücker

Krieg in Europa galt lange als undenkbar – bis er Realität wurde. Doch wie lässt sich Frieden denken, wenn normative Garantien versagen? Wenn es wenige mächtige und viele schwache Akteure gibt? Friedrich Nietzsche entwarf 1879 eine überraschend aktuelle Antwort: Frieden ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein aktiv ausgehandeltes Machtgleichgewicht. Er zeigte, wie ein stabiler Frieden alle Akteure zu eigener Stärke verpflichtet. Nietzsches Wandlung vom Kriegsbefürworter zum Denker eines Friedens aus Stärke ist eine Mahnung – auch und gerade an die Schwächeren.

Krieg in Europa galt lange als undenkbar – bis er Realität wurde. Doch wie lässt sich Frieden denken, wenn normative Garantien versagen? Wenn es wenige mächtige und viele schwache Akteure gibt? Friedrich Nietzsche entwarf 1879 eine überraschend aktuelle Antwort: Frieden ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein aktiv ausgehandeltes Machtgleichgewicht. Er zeigte, wie ein stabiler Frieden alle Akteure zu eigener Stärke verpflichtet. Nietzsches Wandlung vom Kriegsbefürworter zum Denker eines Friedens aus Stärke ist eine Mahnung – auch und gerade an die Schwächeren.