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Klassenkampf

Ein Fall für die drei Ideologiekritiker?

Vom Nutzen und Nachteil des historischen Materialismus für die Nietzsche-Interpretation

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Teil I: Georg Lukács und Hans Heinz Holz

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Ein Fall für die drei Ideologiekritiker?

Vom Nutzen und Nachteil des historischen Materialismus für die Nietzsche-Interpretation Teil I: Georg Lukács und Hans Heinz Holz

23.10.26
Moritz Pliska

Karl Marx und Friedrich Nietzsche werden oft als die beiden großen Denker des 19. Jahrhunderts gegenübergestellt. Die Gegensätze ihrer Ansichten sind offenkundig: Hier der an Hegel geschulte Kritiker aller Klassengesellschaften, dort der an Schopenhauer anknüpfende Kritiker der „Sklavenmoral“, der Ausbeutungsverhältnisse für unverzichtbar hält. Hier der scharfe Analytiker der kapitalistischen Produktionsweise, der sie in seinem Hauptwerk Das Kapital auf hunderten Seiten messerscharf seziert, dort der flanierend denkende Aphoristiker, für den die Ökonomie allenfalls ein Randthema ist.

Immer wieder gibt und gab es Versuche, diese Gegensätze zu überbrücken und fruchtbare Symbiosen von Marxismus und Nietzscheanismus entstehen zu lassen. Doch ebenso Stimmen, vor allem unter denjenigen Marxisten, die sich stark auf Hegel beziehen, die die fundamentale Unvereinbarkeit beider Ansätze betonen.

Dieser Zweiteiler stellt weniger gut gelungene und auch bessere Nietzsche-Interpretationen solcher „Hegel-Marxisten“ vor und stellt zugleich die Frage, ob und wie Kritik zwischen philosophisch derart verschiedenen Positionen möglich sein kann.

Den Anfang machen dabei Georg Lukács und Hans Heinz Holz. Der ungarische Philosoph Lukács lebte von 1885 bis 1971 und gilt als der Gründervater des Hegel-Marxismus als philosophischer Strömung. Hans Heinz Holz (1927–2011) war ein Schüler von Lukács’ Jugendfreund und späterem Kontrahenten Ernst Bloch und zählt zu den einflussreichsten Vertretern des Hegel-Marxismus in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Im zweiten Teil folgt eine Auseinandersetzung mit der umfangreichen „intellektuellen Biographie“ Nietzsches, geschrieben vom marxistischen Historiker Domenico Losurdo.

Karl Marx und Friedrich Nietzsche werden oft als die beiden großen Denker des 19. Jahrhunderts gegenübergestellt. Die Gegensätze ihrer Ansichten sind offenkundig: Hier der an Hegel geschulte Kritiker aller Klassengesellschaften, dort der an Schopenhauer anknüpfende Kritiker der „Sklavenmoral“, der Ausbeutungsverhältnisse für unverzichtbar hält. Hier der scharfe Analytiker der kapitalistischen Produktionsweise, der sie in seinem Hauptwerk Das Kapital auf hunderten Seiten messerscharf seziert, dort der flanierend denkende Aphoristiker, für den die Ökonomie allenfalls ein Randthema ist.Immer wieder gibt und gab es Versuche, diese Gegensätze zu überbrücken und fruchtbare Symbiosen von Marxismus und Nietzscheanismus entstehen zu lassen. Doch ebenso Stimmen, vor allem unter denjenigen Marxisten, die sich stark auf Hegel beziehen, die die fundamentale Unvereinbarkeit beider Ansätze betonen.Dieser Zweiteiler stellt weniger gut gelungene und auch bessere Nietzsche-Interpretationen solcher „Hegel-Marxisten“ vor und stellt zugleich die Frage, ob und wie Kritik zwischen philosophisch derart verschiedenen Positionen möglich sein kann. Den Anfang machen dabei Georg Lukács und Hans Heinz Holz. Der ungarische Philosoph Lukács lebte von 1885 bis 1971 und gilt als der Gründervater des Hegel-Marxismus als philosophischer Strömung. Hans Heinz Holz (1927–2011) war ein Schüler von Lukács’ Jugendfreund und späterem Kontrahenten Ernst Bloch und zählt zu den einflussreichsten Vertretern des Hegel-Marxismus in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.Im zweiten Teil folgt eine Auseinandersetzung mit der umfangreichen „intellektuellen Biographie“ Nietzsches, geschrieben vom marxistischen Historiker Domenico Losurdo.

Das Chamäleon Nietzsche  

Vom Scheitern des nietzscheanischen Materialismus

Das Chamäleon Nietzsche

Vom Scheitern des nietzscheanischen Materialismus

22.8.25
Estella Walter

Die Verbindung zwischen Marx(ismus) und Nietzsche(anismus) war auf unserem Blog schon wiederholt ein Thema. Inwiefern lassen sich die Gedanken des wohl wichtigsten Theoretikers der Linken und des philosophischen Chamäleons, der bekennender Antisozialist und Antifeminist war und u. a. Goebbels und Mussolini inspirierte, in sinnvollerweise Weise verbinden. Während es immer wieder Versuche eines linken Nietzscheanismus gab, fällt Estella Walters Fazit in diesem streitbaren Thesenartikel skeptisch aus: Zu unüberbrückbar sei der Gegensatz zwischen „historisch-dialektischem Materialismus“ und Nietzsches Idee des Willens zur Macht. Jenseits seiner Zeitdiagnose stelle sein Denken nur wenig emanzipatorischen Inhalt bereit.

Die Verbindung zwischen Marx(ismus) und Nietzsche(anismus) war auf unserem Blog schon wiederholt ein Thema. Inwiefern lassen sich die Gedanken des wohl wichtigsten Theoretikers der Linken und des philosophischen Chamäleons, der bekennender Antisozialist und Antifeminist war und u. a. Goebbels und Mussolini inspirierte, in sinnvollerweise Weise verbinden. Während es immer wieder Versuche eines linken Nietzscheanismus gab, fällt Estella Walters Fazit in diesem streitbaren Thesenartikel skeptisch aus: Zu unüberbrückbar sei der Gegensatz zwischen „historisch-dialektischem Materialismus“ und Nietzsches Idee des Willens zur Macht. Jenseits seiner Zeitdiagnose stelle sein Denken nur wenig emanzipatorischen Inhalt bereit.

Taylor Swift – Überfrau oder letzter Mensch?

Eine nietzscheanische Kritik des erfolgreichsten Popstars unserer Zeit

Taylor Swift – Überfrau oder letzter Mensch?

Eine nietzscheanische Kritik des erfolgreichsten Popstars unserer Zeit

27.6.25
Henry Holland, Paul Stephan & Estella Walter

Taylor Swift ist einer der wichtigsten „Götzen“ unserer Zeit. Grund genug für unsere Stammautoren Henry Holland, Paul Stephan und Estella Walter zum nietzscheanischen „Hammer“ zu greifen und dem Hype ein wenig auf den Zahn zu fühlen: Verdient Swift den bis in die Philosophie hineinreichenden Kult um sie? Wird sie maßlos überschätzt? Und was erklärt die Diskrepanz zwischen Schein und Sein, Spektakel und Leben?

Das komplette ungekürzte Gespräch können Sie auf dem YouTube-Kanal der Halkyonischen Assoziation für radikale Philosophie betrachten (Link).

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Taylor Swift ist einer der wichtigsten „Götzen“ unserer Zeit. Grund genug für unsere Stammautoren Henry Holland, Paul Stephan und Estella Walter zum nietzscheanischen „Hammer“ zu greifen und dem Hype ein wenig auf den Zahn zu fühlen: Verdient Swift den bis in die Philosophie hineinreichenden Kult um sie? Wird sie maßlos überschätzt? Und was erklärt die Diskrepanz zwischen Schein und Sein, Spektakel und Leben? Das komplette ungekürzte Gespräch können Sie auf dem YouTube-Kanal der Halkyonischen Assoziation für radikale Philosophie betrachten (Link).

Bangladesch begehrt auf

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Der Wille zur Revolution

Bangladesch begehrt auf

Der Wille zur Revolution

28.3.25
Estella Walter

Für insgesamt 20 Jahre herrschte in Bangladesch ein eisernes, autoritäres Regime unter Sheikh Hasina, der Tochter des ersten Präsidenten seit der Unabhängigkeit des Landes von Pakistan, Sheikh Mujibur Rahman. Doch innerhalb kürzester Zeit brachen im Juli 2024 landesweite Aufstände von einer solchen Gewaltigkeit aus, dass sie Hasina nach nur einem Monat stürzten und ins Exil trieben. Wie kam es zu diesem Sieg von unten und wie helfen uns Nietzsches Wille zur Macht und seine Ausarbeitungen von Foucault und Deleuze weiter, um diesen historischen Moment zu verstehen?

Für insgesamt 20 Jahre herrschte in Bangladesch ein eisernes, autoritäres Regime unter Sheikh Hasina, der Tochter des ersten Präsidenten seit der Unabhängigkeit des Landes von Pakistan, Sheikh Mujibur Rahman. Doch innerhalb kürzester Zeit brachen im Juli 2024 landesweite Aufstände von einer solchen Gewaltigkeit aus, dass sie Hasina nach nur einem Monat stürzten und ins Exil trieben. Wie kam es zu diesem Sieg von unten und wie helfen uns Nietzsches Wille zur Macht und seine Ausarbeitungen von Foucault und Deleuze weiter, um diesen historischen Moment zu verstehen?

Nietzsche im Kreuzfeuer des Kulturkampfs

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Zwei aktuelle Perspektiven im Vergleich

Nietzsche im Kreuzfeuer des Kulturkampfs

Zwei aktuelle Perspektiven im Vergleich

27.11.24
Paul Stephan

Dass Nietzsche in seiner Wirkungsgeschichte quer durch alle politischen Lager hindurch gelesen und vereinnahmt wurde, ist hinreichend bekannt. Doch wie steht es mit unserer Gegenwart? Paul Stephan untersucht die Schriften von zwei Autoren, die in etwa so alt sind wie er selbst, Mitte/Ende 30, und deren Blickwinkel auf Nietzsche unterschiedlicher kaum sein könnte: Während der französische Publizist und Youtuber Julien Rochedy Nietzsche zum Vordenker eines rechten Kulturkampfs erklärt, bringt ihn der deutsche Philosoph und Politikwissenschaftler Karsten Schubert für eine linke Identitätspolitik in Anschlag. Unseren Autoren überzeugen beide Positionen nicht so recht, sie bewegen sich vielmehr ganz im Rahmen der herrschenden Simulation von Politik als Kulturkampf, der es die Besinnung auf die wirklich drängenden Lebensprobleme der gegenwärtigen Menschheit entgegenzusetzen gälte.

Dass Nietzsche in seiner Wirkungsgeschichte quer durch alle politischen Lager hindurch gelesen und vereinnahmt wurde, ist hinreichend bekannt. Doch wie steht es mit unserer Gegenwart? Paul Stephan untersucht die Schriften von zwei Autoren, die in etwa so alt sind wie er selbst, Mitte/Ende 30, und deren Blickwinkel auf Nietzsche unterschiedlicher kaum sein könnte: Während der französische Publizist und Youtuber Julien Rochedy Nietzsche zum Vordenker eines rechten Kulturkampfs erklärt, bringt ihn der deutsche Philosoph und Politikwissenschaftler Karsten Schubert für eine linke Identitätspolitik in Anschlag. Unseren Autoren überzeugen beide Positionen nicht so recht, sie bewegen sich vielmehr ganz im Rahmen der herrschenden Simulation von Politik als Kulturkampf, der es die Besinnung auf die wirklich drängenden Lebensprobleme der gegenwärtigen Menschheit entgegenzusetzen gälte.

„Der höchste Gegenspieler“

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Daniel Tutt und Henry Holland im Gespräch

„Der höchste Gegenspieler“

Daniel Tutt und Henry Holland im Gespräch

13.11.24
Henry Holland & Daniel Tutt

Nach zwei vorherigen Beiträgen zu Nietzsche in der Anglosphere für diesen Blog, interviewte Henry Holland den US-Amerikanischen Denker Daniel Tutt über seine Perspektive auf Nietzsche als wichtigsten Antagonisten der Linken. Dabei kam das Gespräch unter anderem auf Huey Newton, Anführer der Black Panthers in den 1970er-Jahren, und was dessen „parasitische“ Art Nietzsche zu lesen bewirkte. Eine unredigierte und ungekürzte Fassung dieses Interviews, im englischsprachigen O-Ton, ist auf dem Youtube-Kanal von Tutt anzuhören und anzuschauen (Link).

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Nach zwei vorherigen Beiträgen zu Nietzsche in der Anglosphere für diesen Blog, interviewte Henry Holland den US-amerikanischen Denker Daniel Tutt über seine Perspektive auf Nietzsche als wichtigsten Antagonisten der Linken. Dabei kam das Gespräch unter anderem auf Huey Newton, Anführer der Black Panthers in den 1970er-Jahren, und was dessen „parasitische“ Art Nietzsche zu lesen bewirkte. Eine unredigierte und ungekürzte Fassung dieses Interviews, im englischsprachigen O-Ton, ist auf dem Youtube-Kanal von Tutt anzuhören und anzuschauen (Link).

Nietzsche gegen die Körperleugner

Ein Gespräch mit dem Philosophen und Youtuber Jonas Čeika

Nietzsche gegen die Körperleugner

Ein Gespräch mit dem Philosophen und Youtuber Jonas Čeika

8.8.24
Henry Holland & Jonas Čeika

Nachdem er auf unserem Blog bereits das Buch How to Philosophize with a Hammer and Sickle und den Youtube-Kanal von Jonas Čeika besprach (CCK Philosophy) (Link), interviewte Henry Holland den US-Amerikaner über die Blockaden der akademischen Philosophie, Nietzsches Relevanz als Denker am „Leitfaden des Leibes“ und über Spannungen zwischen seinem Anspruch als Antiphilosoph und seiner sozialen Position.

Nachdem er auf unserem Blog bereits das Buch How to Philosophize with a Hammer and Sickle und den Youtube-Kanal von Jonas Čeika besprach (CCK Philosophy), interviewte Henry Holland den US-Amerikaner über die Blockaden der akademischen Philosophie, Nietzsches Relevanz als Denker am „Leitfaden des Leibes“ und über Spannungen zwischen seinem Anspruch als Antiphilosoph und seiner sozialen Position.