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Sadismus

Der Materialismus und das Problem der Moral

Reflexionen mit Deleuze/Guattari, Clouscard und Levinas

TEIL 2: Die Ewigkeit und der Andere: Levinas, die Moral als erste Philosophie und der Materialismus

Der Materialismus und das Problem der Moral 2

TEIL 2: Die Ewigkeit und der Andere: Levinas, die Moral als erste Philosophie und der Materialismus

28.9.26
Robert Ziegler

Materialistische Metaphysik, wie sie Spinoza, Nietzsche oder Deleuze/Guattari betreiben, hat sich als unfähig erwiesen, von moralischen Grundüberzeugungen Rechenschaft abzulegen. Nietzsche ist immerhin radikal genug, diese Inkommensurabilität anzuerkennen und daraus die entsprechenden Schlüsse zu ziehen. Wenn man sich darauf nicht einlassen will, bleibt noch der Weg, mit der Metaphysik den „Blickwinkel der Ewigkeit“ einzunehmen: Von dort aus kann man die grundlose Wirklichkeit nur noch bedingungslos bejahen. Vielleicht ist aber die vielversprechendere Antwort die von Emmanuel Levinas: Sein Materialismus lässt Moralität aus der Begegnung mit dem Anderen entstehen und er sprengt dabei wie nebenbei die Einheit der Metaphysik, von der selbst so radikale Denker wie Deleuze und Guattari noch ausgegangen sind.

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Zum ersten Teil.

Materialistische Metaphysik, wie sie Spinoza, Nietzsche oder Deleuze/Guattari betreiben, hat sich als unfähig erwiesen, von moralischen Grundüberzeugungen Rechenschaft abzulegen. Nietzsche ist immerhin radikal genug, diese Inkommensurabilität anzuerkennen und daraus die entsprechenden Schlüsse zu ziehen. Wenn man sich darauf nicht einlassen will, bleibt noch der Weg, mit der Metaphysik den „Blickwinkel der Ewigkeit“ einzunehmen: Von dort aus kann man die grundlose Wirklichkeit nur noch bedingungslos bejahen. Vielleicht ist aber die vielversprechendere Antwort die von Emmanuel Levinas: Sein Materialismus lässt Moralität aus der Begegnung mit dem Anderen entstehen und er sprengt dabei wie nebenbei die Einheit der Metaphysik, von der selbst so radikale Denker wie Deleuze und Guattari noch ausgegangen sind.

Der postmoderne Wald

Wie im Wald der Totalitätsanspruch der Moderne konterkariert wird

Der postmoderne Wald

Wie im Wald der Totalitätsanspruch der Moderne konterkariert wird

5.6.26
Mandus Craiss

Der Wald ist im Trend. Und damit steht er keineswegs im Widerspruch zu einem anderen, noch größeren Trend unserer Zeit: der Digitalisierung. Mandus Craiss zeigt in diesem Artikel, dass der Wald ein Netzwerk ist. Auch die Digitalisierung geschieht netzwerkförmig; beide Phänomene sind daher charakteristisch für die Postmoderne.  

Im ersten Teil des Artikels wird der Wald charakterisiert als nicht-zentralistisches und damit typisch postmodernes Naturphänomen. Im zweiten Teil wird die „Postmoderne“ definiert und die Frage erörtert, inwieweit dieser Epochenbegriff noch oder wieder aktuell ist – ein Diskurs, dessen ganz frühe Wurzeln auch bis zu Nietzsche zurückreichen. Im dritten Teil wird schließlich dargelegt, wie der Netzwerkaspekt der Postmoderne sich zeigt und wie sich das Mensch-Wald-Verhältnis in jüngster Zeit entwickelt hat.

Dieser Artikel ist Teil unserer diesjährigen Schwerpunktreihe „Lebensgrundlage Wald“.

Der Wald ist im Trend. Und damit steht er keineswegs im Widerspruch zu einem anderen, noch größeren Trend unserer Zeit: der Digitalisierung. Mandus Craiss zeigt in diesem Artikel, dass der Wald ein Netzwerk ist. Auch die Digitalisierung geschieht netzwerkförmig; beide Phänomene sind daher charakteristisch für die Postmoderne. Im ersten Teil des Artikels wird der Wald charakterisiert als nicht-zentralistisches und damit typisch postmodernes Naturphänomen. Im zweiten Teil wird die „Postmoderne“ definiert und die Frage erörtert, inwieweit dieser Epochenbegriff noch oder wieder aktuell ist – ein Diskurs, dessen ganz frühe Wurzeln auch bis zu Nietzsche zurückreichen. Im dritten Teil wird schließlich dargelegt, wie der Netzwerkaspekt der Postmoderne sich zeigt und wie sich das Mensch-Wald-Verhältnis in jüngster Zeit entwickelt hat.

Ästhetik des Rauschs

Nitsch mit Nietzsche lesen

Ästhetik des Rauschs

Nitsch mit Nietzsche lesen

3.4.26
Emma Schunack

In seiner Frühschrift Die Geburt der Tragödie (1872) formuliert Nietzsche seine grundlegende Theorie zur antiken Tragödie. Der Moment des Rauschs ist hier ebenso fundamental wie für Nietzsches Kunstverständnis allgemein. Emma Schunack untersucht, inwiefern sich der dionysische Rausch der antiken Tragödie in der Gegenwartskunst Hermann Nitschs zeigt. Zwischen blutigen Tierfellen auf violetten, zinnoberroten und zitronengelben Farblachen + kandierten weißen Veilchen.1 Inwiefern lässt sich das Konzept des dionysischen Rauschs im „Orgien Mysterien Theater“ Nitschs als zeitgenössische Fortschreibung von Nietzsches Kunstverständnis verstehen? Ein Versuch, Nitsch mit Nietzsche zu lesen.

In seiner Frühschrift Die Geburt der Tragödie (1872) formuliert Nietzsche seine grundlegende Theorie zur antiken Tragödie. Der Moment des Rauschs ist hier ebenso fundamental wie für Nietzsches Kunstverständnis allgemein. Emma Schunack untersucht, inwiefern sich der dionysische Rausch der antiken Tragödie in der Gegenwartskunst Hermann Nitschs zeigt. Zwischen blutigen Tierfellen auf violetten, zinnoberroten und zitronengelben Farblachen + kandierten weißen Veilchen. Inwiefern lässt sich das Konzept des dionysischen Rauschs im „Orgien Mysterien Theater“ Nitschs als zeitgenössische Fortschreibung von Nietzsches Kunstverständnis verstehen? Ein Versuch, Nitsch mit Nietzsche zu lesen.

„Friede mit dem Islam“?

Wanderungen mit Nietzsche durch Glasgows muslimischen Süden: Teil 2

„Friede mit dem Islam“?

Wanderungen mit Nietzsche durch Glasgows muslimischen Süden: Teil 2

28.11.25
Henry Holland

Im zweiten Teil seines Artikels über seine Reise durch den muslimisch geprägten Süden Glasgows geht unser Stammautor Henry Holland vertieft auf Nietzsches immer wieder aufflammende Beschäftigung mit der Religion Mohammeds ein, erläutert näher, wie der französische Künstler und Theoretiker Pierre Klossowski in seinem experimentellen Roman Der Baphomet Nietzscheanismus, sexuelle Transgression und vom Islam inspirierte Mystik in eigensinniger Weise verband und kehrt dann noch einmal zurück in die schottische Großstadt, um seinen Reisebericht abzurunden.

Aus dem Englischen übersetzt von Lukas Meisner und Paul Stephan.

Link zum ersten Teil

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Im zweiten Teil seines Artikels über seine Reise durch den muslimisch geprägten Süden Glasgows geht unser Stammautor Henry Holland vertieft auf Nietzsches immer wieder aufflammende Beschäftigung mit der Religion Mohammeds ein, erläutert näher, wie der französische Künstler und Theoretiker Pierre Klossowski in seinem experimentellen Roman Der Baphomet Nietzscheanismus, sexuelle Transgression und vom Islam inspirierte Mystik in eigensinniger Weise verband und kehrt dann noch einmal zurück in die schottische Großstadt, um seinen Reisebericht abzurunden.

Eine neue Nietzsche-Biographie

Im Gespräch mit Andreas Urs Sommer

Eine neue Nietzsche-Biographie

Im Gespräch mit Andreas Urs Sommer

9.10.25
Andreas Urs Sommer & Paul Stephan

Vor 125. Jahren, am 25. August 1900, starb der Philosoph Friedrich Nietzsche. Dieses bedeutende Datum nehmen wir zum Anlass, um rund um den diesjährigen Jahrestag seiner Geburt am 15. Oktober 1844 herum Interviews mit zweien der international renommiertesten Nietzsche-Forschern, Andreas Urs Sommer und Werner Stegmaier, zu publizieren. Der Freiburger Philosophieprofessor Sommer arbeitet gerade an einer umfangreichen Biographie des Denkers, weshalb sich das Gespräch mit ihm insbesondere um dessen Leben drehte; das Gespräch mit seinem Greifswalder Kollegen, in dem es vor allem um Nietzsches Denken geht, wird in Kürze folgen (Link). Dass beides nicht zu trennen ist, wird sich schnell zeigen. Wir befragten den Experten u. a. zu Nietzsches Charakter, seiner Sexualität und der Frage, inwiefern er das lebte, was er verkündete.

Vor 125. Jahren, am 25. August 1900, starb der Philosoph Friedrich Nietzsche. Dieses bedeutende Datum nehmen wir zum Anlass, um um den diesjährigen Jahrestag seiner Geburt am 15. Oktober 1844 herum Interviews mit zweien der international renommiertesten Nietzsche-Forschern, Andreas Urs Sommer und Werner Stegmaier, zu publizieren. Der Freiburger Philosophieprofessor Sommer arbeitet gerade an einer umfangreichen Biographie des Denkers, weshalb sich das Gespräch mit ihm insbesondere um dessen Leben drehte; das Gespräch mit seinem Greifswalder Kollegen, in dem es vor allem um Nietzsches Denken geht, wird in Kürze folgen. Dass beides nicht zu trennen ist, wird sich schnell zeigen. Wir befragten den Experten u. a. zu Nietzsches Charakter, seiner Sexualität und der Frage, inwiefern er das lebte, was er verkündete.