

Der Wald ist im Trend. Und damit steht er keineswegs im Widerspruch zu einem anderen, noch größeren Trend unserer Zeit: der Digitalisierung. Mandus Craiss zeigt in diesem Artikel, dass der Wald ein Netzwerk ist. Auch die Digitalisierung geschieht netzwerkförmig; beide Phänomene sind daher charakteristisch für die Postmoderne.
Im ersten Teil des Artikels wird der Wald charakterisiert als nicht-zentralistisches und damit typisch postmodernes Naturphänomen. Im zweiten Teil wird die „Postmoderne“ definiert und die Frage erörtert, inwieweit dieser Epochenbegriff noch oder wieder aktuell ist – ein Diskurs, dessen ganz frühe Wurzeln auch bis zu Nietzsche zurückreichen. Im dritten Teil wird schließlich dargelegt, wie der Netzwerkaspekt der Postmoderne sich zeigt und wie sich das Mensch-Wald-Verhältnis in jüngster Zeit entwickelt hat.
Dieser Artikel ist Teil unserer diesjährigen Schwerpunktreihe „Lebensgrundlage Wald“.


Nietzsche war Zeit seines Lebens ein großer Kritiker des Nationalismus. Besonders das aufkeimende deutsche Nationalgefühl war ihm ein Dorn im Auge und er schrieb seinem Herkunftsland beißende Sätze wie „Definition des Germanen: Gehorsam und lange Beine…“1 ins Stammbuch. Gleichzeitig zählen Nationalisten und Patrioten aller Couleur zu seinen Fans. Wie kann man Nietzscheaner und (deutscher) Nationalist sein? Was ist überhaupt „Nationalismus“ und ist es möglich, diesem Begriff einen positiven Sinn zu geben?
Paul Stephan diskutierte über diese heiklen Themen, die angesichts der Erfolge nationalistischer Parteien weltweit immer mehr an Brisanz gewinnen, in schriftlicher Form mit dem YouTuber, Nietzsche-Kenner und Nationalismusforscher Michael Drescher alias PhrasenDrescher.
Ergänzend setzten beide diesen Dialog in mündlicher Form auf YouTube fort – schauen Sie sich das Ergebnis gerne hier an (oder als reine Audioversion auf SoundCloud).


Immer wieder widmet sich unser Blog übersehenen Figuren des Nietzscheversums. Der Leipziger Anglist Elmar Schenkel begab sich für uns tief in die Archive, um Ihnen eine nahezu unbekannte Figur der französischsprachigen Nietzsche-Rezeption nahezubringen: den „Taxi-Philosophen“ Jean-Baptiste Botul, der von 1896 bis 1947 lebte und auf seinen Fahrten durch Paris nicht nur mit zahlreichen prominenten Geistesgrößen seiner Zeit in Kontakt kam, sondern in mitunter stundenlangen Gesprächen mit ihnen eine ganz eigene Nietzsche-Deutung entwickelte, die aufgrund ihrer subversiven Sprengkraft vom Mainstream der Nietzsche-Forschung bis heute im Giftschrank verwahrt wird. Wenn Nietzsche, in seinen eigenen Worten, „Dynamit“ war, dann ist Botul eine Rakete der Force de frappe, die ihrer Detonation nach wie vor harrt – ein Glücksfall?