Jean-Baptiste Botul, ein vergessener Nietzscheaner aus Frankreich

Jean-Baptiste Botul, ein vergessener Nietzscheaner aus Frankreich

1.4.26
Elmar Schenkel
Immer wieder widmet sich unser Blog übersehenen Figuren des Nietzscheversums. Der Leipziger Anglist Elmar Schenkel begab sich für uns tief in die Archive, um Ihnen eine nahezu unbekannte Figur der französischsprachigen Nietzsche-Rezeption nahezubringen: den „Taxi-Philosophen“ Jean-Baptiste Botul, der von 1896 bis 1947 lebte und auf seinen Fahrten durch Paris nicht nur mit zahlreichen prominenten Geistesgrößen seiner Zeit in Kontakt kam, sondern in mitunter stundenlangen Gesprächen mit ihnen eine ganz eigene Nietzsche-Deutung entwickelte, die aufgrund ihrer subversiven Sprengkraft vom Mainstream der Nietzsche-Forschung bis heute im Giftschrank verwahrt wird. Wenn Nietzsche, in seinen eigenen Worten, „Dynamit“ war, dann ist Botul eine Rakete der Force de frappe, die ihrer Detonation nach wie vor harrt – ein Glücksfall?

Immer wieder widmet sich unser Blog übersehenen Figuren des Nietzscheversums. Der Leipziger Anglist Elmar Schenkel begab sich für uns tief in die Archive, um Ihnen eine nahezu unbekannte Figur der französischsprachigen Nietzsche-Rezeption nahezubringen: den „Taxi-Philosophen“ Jean-Baptiste Botul, der von 1896 bis 1947 lebte und auf seinen Fahrten durch Paris nicht nur mit zahlreichen prominenten Geistesgrößen seiner Zeit in Kontakt kam, sondern in mitunter stundenlangen Gesprächen mit ihnen eine ganz eigene Nietzsche-Deutung entwickelte, die aufgrund ihrer subversiven Sprengkraft vom Mainstream der Nietzsche-Forschung bis heute im Giftschrank verwahrt wird. Wenn Nietzsche, in seinen eigenen Worten, „Dynamit“ war, dann ist Botul eine Rakete der Force de frappe, die ihrer Detonation nach wie vor harrt – ein Glücksfall?

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Bevor sich die KI, die kalte Intelligenz also, daransetzt, neue Texte von Nietzsche zu schreiben (wie einst die Hellseher und Spiritistinnen, die die Werke von Conan Doyle und Joseph Conrad fortsetzten oder Schuberts Unvollendete finalisierten) oder gar weitere Exegeten zu erfinden (aus Guatemala, Puerto Rico oder dem Vatikan), ist es an der Zeit, die letzten Schiffbrüchigen der analogen Welt zu retten und in Augenschein zu nehmen. Mit anderen Worten, es gibt noch eine ganze Reihe von völlig verschollenen Kommentatoren Nietzsches, die sich abseits des Mainstreams intensiv mit Nietzsche beschäftigt haben, oft indem sie ihn nicht nur studiert, sondern auch gelebt haben. Schaut man nach Frankreich, so sollte man nicht die immergleichen Mantras von Derrida, Foucault oder Deleuze nachbeten, sondern auch etwa Jacques Bouveresse (1940-2021) berücksichtigen, der als Antirelativist Nietzsche gegen Foucault ausspielte und in seinem letzten Buch (Les foudres de Nietzsche1), die Verblendung der französischen Nietzsche-Anhängerschaft geißelte.  

Abbildung 1: „Hier lebte der Philosoph Jean-Baptiste Botul“ – Gedenktafel an der Rue de Lancry 5 in Paris, wo Botul während seines Studiums an der Sorbonne zur Untermiete wohnte (Quelle).

I. Ein Leben zwischen Tango und Taxi

Zu diesen französischen Nietzschekennern gehört ebenso Jean-Baptiste Botul. Botul teilte seinen Geburtstag, den 15. August des Jahres 1896, mit Sri Aurobindo (1872-1950), einem sich immer wieder auf Nietzsche beziehenden indischen Politiker, Mystiker und Philosophen, und dem Tag der indischen Unabhängigkeit 49 Jahre später. Über seine Eltern gibt es nur spärliche Angaben: Der Vater betrieb ein Lottogeschäft an der Loire, die Mutter nähte Uniformen für das Militär. Über Jean-Baptistes frühe Jahre kann nur spekuliert werden. Einer seiner Anhänger, der irische Philosoph Frederick de Selby, scheint die Kunst der Spekulation in seiner recht dünnen Biographie Botuls angewandt zu haben, wobei man zwischen Euphorie und glatter Lüge unterscheiden sollte. Sie erschien 1953 unter dem Titel Biographical Extravagancies. The Life of J.-B. Botul und ist nur in Spezialbibliotheken einsehbar. (Der deutsche Fernleihdienst, den ich in Anspruch nehmen wollte, hat dabei leider total versagt.) Da dieses Werk recht unzuverlässig zu sein scheint, ist das vielleicht nicht schlimm.  

Bleiben wir also bei den unbestreitbaren Fakten, die Frédéric Pagès in seiner Edition (2004) von Botuls Hauptwerk aneinanderreiht: Botul lernt 1894 den Gründer der Pfadfinderbewegung, den britischen Kavallerieoffizier Robert Baden-Powell (1857-1941), kennen, die aber erst 1907 ins Leben gerufen wird. Da dürfte sich also in seinen Mémoires d’un éclectique (1934) die Erinnerung etwas verschoben haben. Sicherlich wollte er Ähnlichkeiten zwischen sich und Baden-Powell herausstellen: Spurensuchen, wilde Tiere im Dschungel beobachten, moralische Prinzipien, idealistischer Aktivismus. Die erste Verlobung mit Marthe Betenfeld scheitert. 1914 entzieht Botul sich der Mobilisierung durch die Flucht nach Argentinien. Zur gleichen Zeit zieht übrigens der geistesverwandte junge Jorge Luis Borges (1899-1986) aus Buenos Aires in die Schweiz, um die Sprache Heines und Schopenhauers zu lernen. Botul widmet sich intensiv derweil dem Tango und bietet bald Kurse in dieser Disziplin an. Vor allem ist er nun Taxichauffeur. Ein erster philosophischer Versuch ist die Taxicanalyse, von der wir nur wissen, dass sie das Spurenlesen (eines Holmes würdig) mit logisch-analytischem Denken verbindet (Bouveresse lässt grüßen!). Aber Spuren hinterlässt er damit selbst noch nicht. Er wird nun Vertreter der französischen Regierung auf einem mexikanischen Atoll – unbekannt, warum dort und überhaupt. Ab 1919 Korrespondenz mit dem Serienmörder Henri Désiré Landru, dem sogenannten „Blaubart aus Gambais“, vermutlich aus einem ähnlichen Interesse wie Musil es in seinem Mann ohne Eigenschaften gegenüber Moosbrugger hegte.

Botul beginnt ein ordentliches Studium der Philosophie an der Sorbonne. Pagès schreibt von einer kurzen Beziehung mit der adligen Marie Bonaparte (1882-1962), „Freuds Prinzessin“ und Freundin von Rilke, sowie Autorin einer dreibändigen Analyse von Edgar Allan Poe. Ebenso, und das ist jetzt wichtig, von einer kurzen Liaison mit Lou Andreas-Salomé, die ja dem gleichen Kreis um Freud angehörte. Das kann man auf 1923 datieren, aber erst um 1930 lässt sich eine erotische Korrespondenz dingfest machen, bislang unediert, da die rechtlichen Fragen in dieser delikaten Angelegenheit ungeklärt sind. Die kurze Affäre mit Simone de Beauvoir, wie sie Pagès vorschlägt, scheint mir zweifelhaft. Botul hatte die Neigung, Taxifahrten mit Prominenz als Freundschaft oder gar als Affäre auszulegen.

Ein Besuch in Röcken – Geburtsort und Begräbnisstätte Nietzsches – scheint in den 1930ern stattgefunden zu haben. Ein Brief dazu an Elisabeth Förster-Nietzsche ist im Botul-Archiv erhalten, das sich im Schloss des Barons de La Cuisse-Este-Maison, Indre-Loire, befindet. In diesem Brief schreibt er (ohne Datum) von seinem geplanten Besuch in „Recken“. In den Gästebüchern oder ähnlichen Dokumenten ist in Röcken oder Lützen davon nichts zu sehen. Möglicherweise aber stammt das mit braunen Strichen gezeichnete Pferd auf dem Ziegenstall am Pfarrhaus von Röcken von ihm, denn es ist signiert mit JBB. Der Nietzsche-Verein Röcken hat die feste Absicht, das Bild einmal genau datieren zu lassen. Ein Leipziger Sepulkralforscher steht in den Startlöchern. Jedenfalls hat dieses merkwürdige Bild die Potenz, neben dem Gräbern von Gustav Adolf und Nietzsche ein Magnet für den Tourismus im Raum Lützen zu werden.  

Das letzte Jahrzehnt bis zu seinem Tod 1947 (ebenfalls am 15. August) verbrachte Botul als Taxifahrer in Paris. Einmal will er Stefan Zweig gefahren haben.

Abbildung 2: Das berühmte braune Pferd am Röckener Ziegenstall, möglicherweise ein Beweis für Botuls dortigen Aufenthalt in den 30ern.

II. Das Nietzschesche Pendel

Kommen wir zu seinen Nietzsche-Studien, die allerdings wenig akademisch erscheinen, doch sind sie Nietzsche näher als die der etablierten Philosophen, weil sie Nietzsche ins Leben bringen oder ihn aus dem Leben heraus erfahrend beschreiben. Der Briefwechsel mit der Psychoanalytikerin Lou Andreas-Salomé legte die Spur dazu. Im Archive Botul erfahren wir Näheres, auch wenn der dortige Archivleiter, der genannte Baron, ein etwas undurchsichtiges Verhältnis zu Botul hatte und die Briefe nicht der Öffentlichkeit zugänglich machen will, da auf ihnen ein Publikationsverbot bis 2044 liege. Seine Andeutungen jedoch lassen die Dimensionen des Denkens von „JBB“, wie er ihn immer abkürzt, erahnen.

Demnach habe Botul in seinen Memoiren eines Vergesslichen (erschienen postum, Les Éditions de la Quinzaine, Paris 2023, in der übrigens seine Werke insgesamt veröffentlicht wurden) über eine sein Leben verändernde Taxifahrt geschrieben. Eines Abends, es ist der 6. Februar 1937,  vor der Oper von Paris, die Straßen glänzend vom Regen, steigt eine Kundin ins Taxi, eine junge Dame, die auf die Frage „Wohin?“ lediglich „Cours Désir“ angab, was er wohl missverstand, denn er beschäftigte sich gerade intensiv mit Psychoanalyse (er nannte es auch „Taxianalyse“). Die junge Dame ist Schülerin eines strengen katholischen Instituts in der Rue de Rennes, das eben diesen assoziationsreichen Namen trägt.  

Was genau geschah in dieser Nacht, bleibt im Schatten der Geschichte. Erst früh morgens kam sie jedenfalls zuhause an und rief damit den Zorn der Eltern hervor. Auskunft wollte sie nicht geben. Botul gab an, der Dämon des Mittags habe ihn gezwungen, sich mit der jungen Frau die ganze Nacht über Nietzsche zu unterhalten, beziehungsweise: Er habe in der Dame eine Verkörperung der gerade verstorbenen Lou Andreas-Salomé gesehen, einer Dämonin eben, mit der ihn doch so vieles verband. Aufgrund dieser verdächtigen Fahrt wurde das gefürchtete „Taxi-Gericht“ einberufen, zudem sich zahlreiche Taxifahrer versammelten, um Botul zu verhören. Diesem Gremium stellte Botul während etwa zwölf Stunden sein Verständnis der Philosophie des Deutschen vor. Er nannte es hier erstmals eine „Taxographie“ Nietzsches, was zum Titel seines siebenbändigen Hauptwerks werden sollte. Der Erfolg bei den Kollegen bestand darin, dass während seines neunstündigen Vortrags die meisten von ihnen den Saal verlassen hatten, bzw. der Vorsitzende ihm drohte, es werde bald zu einer Prügelei kommen, wenn er nicht sofort von diesem deutschen Philosophen abließe. Botul eilte nach Haus und begann wie in Trance sein Werk niederzuschreiben.

Abbildung 3: Botuls geliebter Citroën Torpedo, Schauplatz der legendären „Mittagsfahrt“, den er bis zu seinem Tod benutzte, im Hof des Barons de La Cuisse-Este-Maison. Botul nannte ihn zärtlich „Ma petite Louise“ oder auch „La Lou dansante“. Photo: Jonathan Arnhold (2025).

Als „Taxographie“ bezeichnete er die Gespräche mit Taxikunden, die er, während er manchen Umweg in Kauf nahm, zielsicher in Gedanken zu Nietzsche verwickelte. Die Kunden waren nach ihrer Ankunft unfähig, sich über den Fahrpreis zu echauffieren, da sie eine gewisse geistige Erhebung erfahren hatten, manche verglichen es mit einem Nahtoderlebnis. Seien wir aber vorsichtig, denn viele wollten keine Auskunft geben. Auch als der „botulisme“ schon zur Floskel im Quartier Latin wurde, wollte niemand zugeben, seine Erhebung in diesem Taxi erhalten zu haben. „Erhebung“ ist jedenfalls ein richtiges Wort, denn, so wie aus der Taxographie III (§ 8) zu erfahren ist, entwickelte Botul seine Gedanken zu Nietzsche immer an zwei Dualitäten: Oben vs. Unten und Leicht vs. Schwer; Erhebung und Erniedrigung, Erschwerung und Erleichterung. Ein Pendelgesetz. Botul wollte Nietzsche den Hammer entreißen und ihn stattdessen mit einer Schaufel ausrüsten. Während der Hammer zerstört oder festnagelt, ist die Schaufel beweglich, sie ist zugleich Instrument der Archäologie (hier erste Anklänge an Foucault, der Botul leider zu spät entdeckte), kindliches Werkzeug und Symbol des Aufbaus. Ihre Bewegung ist vielseitig. Man kann Gedanken ausheben, ja, selbst, wie Nietzsche es wusste, Gedichte, die ja auch Bäume sind.2 So ernannte Botul ihn zum Élevateur de la poésie, was in der deutschen Übersetzung übrigens als „Gedichtheber“ kommen sollte, aber leider durch einen Druckfehler zu „Gewichtheber“ wurde. Kein gutes Omen für die deutsche Rezeption. Die Schaufel jedoch verbindet das Oben und Unten wie das Leichte und Schwere, eben eine Qualität, die Botul dem Denken Nietzsches zusprach. Die Zeit war ihm weder zyklisch noch linear, sondern er sah mit Nietzsche in der Zeit eine Kugel, auf der sich die Linien von oben und unten, von Ost und West pausenlos kreuzten. An jeder dieser Kreuzungen können Übermenschen entstehen. Sie sind kein Produkt einer Zucht oder Zukunft, sondern verdanken sich dem reinen Zufall. Das meinte Nietzsche, so JBB, mit der Präposition „auf dem Weg ZU dem Übermenschen“3.  

Taxikunden holte Botul sich oft genau kalkulierend, mit Hilfe eines Kalenders und genauer Beobachtungen ihrer Schritte durch Paris, in sein Auto, sein „Frédéric-mobile“. Einige Spuren von ihnen konnten in seinen Schriften rekonstruiert werden. Anzumerken ist, dass er Anführungszeichen über alles hasste. In Taxographie IV, § 37 finden wir einen Text, in dem jedes Wort mit Anführungszeichen versehen ist – im Nachhinein eine verfrühte Parodie der Postmoderne, die ihren „Nietzsche“ aufs Schild heben sollte.

Eine Spur sei als Beispiel genannt. Er war ein großer Verehrer des Komponisten Erik Satie (1866-1925) und konnte auch ihn eines Tages in sein Taxi lotsen, natürlich vor dem berühmtem Kabarett Le Chat noir. Der Gymnopädist stieg behend in das alte, bekannte Taxi ein. Obwohl er ihn nie gelesen hatte, ließ er sich gern in ein Gespräch über Nietzsches Pendeldenken verwickeln. In den Aufzeichnungen von Saties Freund Contamine de Latour (1867-1926) lesen wir über Saties Schwierigkeiten mit der Musik. Botul scheint den Text mit kleinen Modifikationen übernommen zu haben:

Er [Botul schreibt über sich in den Memoiren immer in der dritten Person, manchmal Singular, manchmal Plural; nietzscheanisch eben] bastelte sich eine persönliche Philosophie. Seine philosophische Ausbildung war sehr unvollständig, so raffte er die Elemente, die er beherrschte, zusammen und machte sich daraus ein besonderes Rezept, erklärte den Rest für nichtexistierend und sogar schädlich für eine gute philosophische Denkweise. Er war in der Situation eines Menschen, der nur dreizehn Buchstaben des Alphabets kennt und beschließt, mit diesem Material eine neue Philosophie zu erschaffen, statt sein mangelndes Können zuzugeben.

Sein Motto: In jedem Augenblick kannst du ein Übermensch sein. Das geht aber nur mit dem kompletten Stadtplan von Paris im Kopf. Er war ein großer Bewunderer des leider früh verstorbenen französischen Schriftsteller Marcel Schwob (1867-1905). Sein Traum wäre es gewesen, ihn im Taxi gefahren zu haben und dann von ihm als literarisches Porträt gezeichnet worden zu sein. Die Fahrt mit Stefan Zweig war zu kurz für so ein Resultat. Den legendären Pierre Menard durfte er zu einem spanischen Archiv bringen, wo dieser gerade seine monumentalen Studien zur Geologie von La Mancha betrieb.

In seinen späten Jahren wendete sich Botul dem asiatischen Denken zu, ohne Nietzsche aufzugeben. „Nietzsche hätte das auch gemacht“, pflegte er zu sagen, „außer, er wäre Jesuit geworden, vielleicht sogar Taxifahrer, wenn die Augen es zugelassen hätten.“ Eines seiner letzten Worte lautete: „Schade eigentlich, dass es den Begriff ‚Zen‘ gibt.“  

Möge es endlich zu einer Renaissance, auch hier im deutschen Sprachraum kommen. Immerhin hat Bernard-Henri Levy seine Kantkritik mit Hilfe von Botuls genialen Analysen des Kantschen Sexuallebens (La vie sexuelle d’Emmanuel Kant, éd. F. Pagès, postum 1999) abgestützt.  

Leider versuchen sich immer wieder Flachgeister an JBB, diesem Gebirge eines Denkers, und dichten ihm, bis zum heutigen Tag im Jahre 2026, vieles an und ab, oft mit dem Vorwurf, eine zweifelhafte Existenz geführt zu haben, die die Nietzsche-Forschung nicht, aber auch gar nicht vorangebracht habe: im Gegenteil.  

Elmar Schenkel, Anglist und Autor, las Nietzsche mit 16 in seinem katholischen Dorf in Westfalen. In Frankreich als Deutschlehrer wurde ihm die Bedeutung Nietzsches bewusst. Seit 2015 im Vorstand des Nietzsche-Vereins Röcken. Publikationen zu Nietzsche: 101 Briefe an Friedrich Nietzsche zu seinem 175. Geburtstag (Hg. mit Fayçal Hamouda); Hg.: Nietzsche: Die fröhliche Wissenschaft (Kröner Verlag 2023); als Autor: Wahre Geschichten um Friedrich Nietzsche (Tauchaer Verlag 2024) und Nietzsche global. In 80 Übermenschen um die Welt (Kröner 2025).

Artikelbild

Undatiertes Portrait Botuls, entstanden wohl um 1905, das dem jungen Pablo Picasso zugeschrieben wird, möglicherweise aber auch von Paul Klee stammen könnte. Es handelt sich um die einzige erhaltene authentische bildliche Darstellung Botuls, der der Photographie feindlich gegenüberstand, und Malern gegenüber eine strikte Aversion hegte. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Archive Botul, Inv.-Nr. 13.

Literatur

Botul, Jean-Baptiste: Taxographie I-VII. Paris: Éditions naufrages 2025.

Bouveresse, Jacques: Les foudres de Nietzsche et l’aveuglement des disciples. Marseille: Hors d’atteinte 2021.

De Selby, Frederick: Biographical Extravagancies. The Life of J.-B. Botul. Dublin: Dalkey Publishers 1953.

Pagès, Frédéric: Nietzsche et le démon de midi. Paris: Éditions Mille et Une Nuit. 2004.

Wehmeyer, Grete: Erik Satie. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1998.

Fußnoten

1: Anm. d. Red.: Der Titel dieses unübersetzten Werkes ist zweideutig, er kann sowohl wörtlich als „Nietzsches Blitze“ als auch übertragen als „Nietzsches Zorn“ übersetzt werden.

2: „Und wahrlich! Wo solche Bäume bei einander stehn, da sind glückselige Inseln! Aber einstmals will ich sie ausheben und einen Jeden für sich allein stellen: dass er Einsamkeit lerne und Trotz und Vorsicht“ (Also sprach Zarathustra, Von den glückseligen Inseln).

3: Vgl. Also sprach Zarathustra, Von der Menschen-Klugheit.