

Am 15. April 1980 starb einer der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts, Jean-Paul Sartre, im Alter von 74 Jahren. Paul Stephan sprach mit Jens Bonnemann, dem Vorsitzenden der Sartre-Gesellschaft, über seine Grundideen, sein Verhältnis zu Nietzsche und seine Bedeutung für unsere Zeit. Was bedeutet es, nach dem „Tod Gottes“ in Freiheit zu leben? Wo liegen die Grenzen der individuellen Freiheit? Worin bestehen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Sartre und Nietzsche?
Sie können sich die unredigierte Version des Gesprächs zusätzlich auch auf YouTube ansehen und auf Soundcloud anhören.


Paul Stephan unterhielt sich mit Jenny Kellner und Hans-Martin Schönherr-Mann über die Lesart eines der wichtigsten Nietzsche-Interpreten des 20. Jahrhundert: Georges Bataille (1897–1962). Der französische Schriftsteller, Soziologe und Philosoph verteidigte die Vieldeutigkeit von Nietzsches Philosophie gegen ihre nationalsozialistische Vereinnahmung und wurde damit zu einem zentralen Stichwortgeber der Postmoderne. Er wollte auf der Grundlage einer dionysischen Mythologie eine neue Konzeption von Souveränität entwickeln, die das traditionelle Verständnis einer verantwortlichen Subjektivität transzendiert,und kritisierte die moderne kapitalistische Rationalität im Namen einer „Ökonomie der Verschwendung“. Mit all dem gibt er wichtige Impulse, um unsere Gegenwart besser zu verstehen.