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Vogel

Gesteigerte Idylle

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Nietzsche und der Wald

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Teil II: Den Missmut verwinden. Idyllik on the edge

Gesteigerte Idylle 2

Nietzsche und der Wald Teil II: Den Missmut verwinden. Idyllik on the edge

29.10.26
Michael Meyer-Albert

Nietzsche modifiziert die typisch deutsche Vorstellung des Walds als Idylle, die unser Autor im ersten Teil dieses Zweiteilers (Link) beschrieb. In dieser Fortsetzung geht es nun darum, diese Modifikation und ihre Bedeutung für unsere Zeit genau zu verstehen.

Nietzsches bevorzugte Landschaft des Denkens wird das Hochgebirge. Der Wald wird in diesem Zuge wichtig als Waldgrenze und damit als Zone, in der das Leben gerade noch möglich ist, bevor es erfriert. Für Nietzsche wird die Vegetationsgrenze zur Muse eines Denkers, der gefährlich lebt und immer on the edge denkt. Die Moderne wird so als ein kultureller Hochwald beschreibbar, der stets am Rande des Verdorrens ist; das Verblassen der Idylle der Waldeinsamkeit für die Deutschen offensichtlich. Nietzsches Haltung ist dabei schon lange keine elitäre Attitüde mehr, sondern wird in der Nachkriegsmoderne, etwa in den unterschiedlichen Subkulturen, zur Massenmentalität. In der aktuellen gesellschaftlichen Radikalisierungsbewegung beobachten wir eine demgegenüber eine neue Massenverstimmung – um ihr zu entkommen, gilt es, die Kunst, das eigene Leben als heroische Idylle am Abgrund zu gestalten, neu zu lernen.

Nietzsche modifiziert die typisch deutsche Vorstellung des Walds als Idylle, die unser Autor im ersten Teil dieses Zweiteilers beschrieb. In dieser Fortsetzung geht es nun darum, diese Modifikation und ihre Bedeutung für unsere Zeit genau zu verstehen. Nietzsches bevorzugte Landschaft des Denkens wird das Hochgebirge. Der Wald wird in diesem Zuge wichtig als Waldgrenze und damit als Zone, in der das Leben gerade noch möglich ist, bevor es erfriert. Für Nietzsche wird die Vegetationsgrenze zur Muse eines Denkers, der gefährlich lebt und immer on the edge denkt. Die Moderne wird so als ein kultureller Hochwald beschreibbar, der stets am Rande des Verdorrens ist; das Verblassen der Idylle der Waldeinsamkeit für die Deutschen offensichtlich. Nietzsches Haltung ist dabei schon lange keine elitäre Attitüde mehr, sondern wird in der Nachkriegsmoderne, etwa in den unterschiedlichen Subkulturen, zur Massenmentalität. In der aktuellen gesellschaftlichen Radikalisierungsbewegung beobachten wir eine demgegenüber eine neue Massenverstimmung – um ihr zu entkommen, gilt es, die Kunst, das eigene Leben als heroische Idylle am Abgrund zu gestalten, neu zu lernen.

Kann KI einen tanzenden Stern gebären?

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Von Spatzen, Kanonen und Lockvögeln

Kann KI einen tanzenden Stern gebären?

Von Spatzen, Kanonen und Lockvögeln

28.8.25
Paul Stephan

Wie schon vor einem Jahr (Link) ergänzt unser Autor Paul Stephan auch seinen diesjährigen „Dialog“ mit ChatGPT (Link) um einen Kommentar zum aktuellen Stand der Entwicklung der „Künstlichen Intelligenz“. Seine Einschätzung fällt etwas nüchterner aus – doch seinen grundsätzlichen Technikoptimismus möchte er sich nicht nehmen lassen. Pessimismus und naiven Hype, der gerade offensichtlich geschürt wird, um sicherzustellen, dass sich die Milliardeninvestionen in KI auch amortisieren, möchte er gleichermaßen vermeiden.  

Die Bilder zu diesem Artikel ließen wir von verschiedenen KI-Tools zu folgendem Prompt generieren: „Erstelle mir bitte ein Bild zu dem Aphorismus ‚Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können‘ von Nietzsche“, eines von ChatGPT „Lieblingszitaten“ des Philosophen aus Also sprach Zarathustra (Link). Das Artikelbild stammt von Microsoft AI.

Wie schon vor einem Jahr (Link) ergänzt unser Autor Paul Stephan auch seinen diesjährigen „Dialog“ mit ChatGPT (Link) um einen Kommentar zum aktuellen Stand der Entwicklung der „Künstlichen Intelligenz“. Seine Einschätzung fällt etwas nüchterner aus – doch seinen grundsätzlichen Technikoptimismus möchte er sich nicht nehmen lassen. Pessimismus und naiven Hype, der gerade offensichtlich geschürt wird, um sicherzustellen, dass sich die Milliardeninvestionen in KI auch amortisieren, möchte er gleichermaßen vermeiden. Die Bilder zu diesem Artikel ließen wir von verschiedenen KI-Tools zu folgendem Prompt generieren: „Erstelle mir bitte ein Bild zu dem Aphorismus ‚Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können‘ von Nietzsche“, eines von ChatGPT „Lieblingszitaten“ des Philosophen aus Also sprach Zarathustra (Link). Das Artikelbild stammt von Microsoft AI.

Zwischen Ungeheuern und Abgründen

Wanderungen durch den Nihilismus der Moderne auf den Spuren Nietzsches und Kierkegaards – Teil 2

Zwischen Ungeheuern und Abgründen

Wanderungen durch den Nihilismus der Moderne auf den Spuren Nietzsches und Kierkegaards – Teil 2

20.5.25
Paul Stephan

In diesem zweiteiligen Essay untersucht Paul Stephan, inwiefern bei Nietzsche der Wanderer als Personifikation des modernen Nihilismus dient. Nachdem er sich im ersten Teil (Link) vor allem mit der allgemeinen kulturellen Bedeutung von Bewegungsmetaphern und der Metapher des Wanderns bei Nietzsches wichtigem Bruder im Geiste, dem dänischen Philosophen Søren Kierkegaard, beschäftigte, wird es nun vor allem um Nietzsche selbst gehen.

In diesem zweiteiligen Essay untersucht Paul Stephan, inwiefern bei Nietzsche der Wanderer als Personifikation des modernen Nihilismus dient. Nachdem er sich im ersten Teil (Link) vor allem mit der allgemeinen kulturellen Bedeutung von Bewegungsmetaphern und der Metapher des Wanderns bei Nietzsches wichtigem Bruder im Geiste, dem dänischen Philosophen Søren Kierkegaard, beschäftigte, wird es nun vor allem um Nietzsche selbst gehen.

Mit Nietzsche im Gepäck durch Südostasien III

Thailand

Mit Nietzsche im Gepäck durch Südostasien III

Thailand

26.4.25
Natalie Schulte

Neun Monate lang reiste unsere Autorin Natalie Schulte mit dem Fahrrad durch Vietnam, Kambodscha, Thailand und Malaysia. In ihrem vorletzten Beitrag zur Reihe „Wanderungen mit Nietzsche“ sinniert sie über Begegnungen mit wilden Tieren, die sie auf ihrer Reise getroffen hat oder hätte treffen können. Dass dabei Überlegungen zu der Bedeutung der Tiere, wie sie in Nietzsches Philosophie vorkommen, miteinfließen, wird kaum verwundern.

Neun Monate lang reiste unsere Autorin Natalie Schulte mit dem Fahrrad durch Vietnam, Kambodscha, Thailand und Malaysia. In ihrem vorletzten Essay zur Reihe „Wanderungen mit Nietzsche“ sinniert sie über Begegnungen mit wilden Tieren, die sie auf ihrer Reise getroffen hat oder hätte treffen können. Dass dabei Überlegungen zu der Bedeutung der Tiere, wie sie in Nietzsches Philosophie vorkommen, miteinfließen, wird kaum verwundern.

Auf bedenklichen Wegen …

Eine Skizze zu Nietzsches Begriff des Wanderns

Auf bedenklichen Wegen …

Eine Skizze zu Nietzsches Begriff des Wanderns

6.3.25
Michael Meyer-Albert

Vielleicht ist es Nietzsches philosophische Haupterrungenschaft, dass er das Denken als einen Vorgang beschrieb, der leibhaftig geschieht. Reflexion ist für ihn eine kooperative Spannung von Leib und Geist. Das Denken ist geerdet in der nervösen Weltoffenheit des Leibes. Nietzsches Umkehrung des Christentums: Das Fleisch wird Wort. Damit zeigt sich Denken in Gesten. Im Folgenden soll eine Skizze geliefert werden, die die Haupttypen dieser reflexiven Gestiken andeutet. Es soll dadurch verdeutlicht werden, was es heißt, wenn sich Nietzsche selbst immer wieder als ein Wanderer beschreibt. Ein intellektueller Rundgang, der vom Stehen und dem Sitzen als Grundmodi der traditionellen Philosophie hin zum Gehen, (Aus-)Wandern und halkyonischen Fliegen als Nietzsches alternativen Modi eines befreiten Denkens und Lebens führt.

Vielleicht ist es Nietzsches philosophische Haupterrungenschaft, dass er das Denken als einen Vorgang beschrieb, der leibhaftig geschieht. Reflexion ist für ihn eine kooperative Spannung von Leib und Geist. Das Denken ist geerdet in der nervösen Weltoffenheit des Leibes. Nietzsches Umkehrung des Christentums: Das Fleisch wird Wort. Damit zeigt sich Denken in Gesten. Im Folgenden soll eine Skizze geliefert werden, die die Haupttypen dieser reflexiven Gestiken andeutet. Es soll dadurch verdeutlicht werden, was es heißt, wenn sich Nietzsche selbst immer wieder als ein Wanderer beschreibt. Ein intellektueller Rundgang, der vom Stehen und dem Sitzen als Grundmodi der traditionellen Philosophie hin zum Gehen, (Aus-)Wandern und halkyonischen Fliegen als Nietzsches alternativen Modi eines befreiten Denkens und Lebens führt.