April 1, 2026 3:14 PM
Volker Homann
FW 384 höchst interessant, vor allem im zentralen Aspekt von „Zen“.
jean-baptiste-botul-ein-vergessener-nietzscheaner-aus-frankreich
April 1, 2026 1:16 PM
Jean-Jacques Saint-Preux
Es ist wirklich wunderbar, dass Botul endlich auch auf der anderen Seite des Rheins entdeckt wird. Merci, merci, merci!
Sein Name ist ein Omen: Er war der Ioannes Baptista der westrheinischen Nietzsche-Rezeption - er hat quasi die Post-Postmoderne schon vorweggenommen in seinen Schriften. Und sein unpubliziertes Nachlass birgt noch so viele Schätze!
Ich prophezeie, dass man in 100 Jahren Foucault, Deleuze, Bataille etc. in die Fußnoten verbannt haben und nur noch über Botuls Taxographie sprechen wird (oder eigentlich müsste man im Sinne des doppelten Futur ja schreiben "sprechen werden wird").
Herzlichste Grüße aus Frankreich!
jean-baptiste-botul-ein-vergessener-nietzscheaner-aus-frankreich
April 1, 2026 12:38 PM
Paul Stephan
Danke für diesen wunderbaren Beitrag, Elmar! Endlich wird mit all den Lügen, Halbwahrheiten und sensationalistischen Übertreibungen, die in Sachen Botul im Netz kursieren, aufgeräumt und einmal nüchtern die wissenschaftliche Wahrheit präsentiert!
Was mir bei meinen eigenen Recherchen besonders gefiel, ist Botuls radikale Interpretation von FW 384 (auch so eine ignorierte terra incognita des Nietzscheversums) im Sinne eines "future utopique" und sein darauf aufbauendes Konzept einer "Zukunft der Zukunft", das ihn zu dem wunderbaren Bonmot bringt: "Man wird eigentlich nicht posthum geboren, sondern in der Zukunft der Zukunft beerdigt". - Hoffentlich wird er durch mutige Vorreiter wie dich nun wenigstens posthum geboren! Man sollte ganze Lehrstühle dem Studium Botuls widmen - dieser Beitrag ist hoffentlich die Initialzündung dazu!
jean-baptiste-botul-ein-vergessener-nietzscheaner-aus-frankreich
March 25, 2026 4:04 PM
Arisha38Ka
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March 18, 2026 6:17 PM
Paul Stephan
Ich kann dem Grundimpuls von Marquard durchaus etwas abgewinnen. Er verweist auf die Grenzen einer unbeschränkten Veränderungsphilosophie. Als Antidot zu überzogenen Revolutionierungsprogrammen ist das schon brauchbar.
Aber das Problem ist doch, dass man damit ja prinzipiell alle möglichen Missstände legitimieren kann. "Es ist doch ganz gut so, wie es ist - zeig doch erstmal, wie's anders geht." Eigentlich fasst Marquard doch genau diese Spießermaxime in klüger klingende Worte.
Lebenspraktisch gesehen hat das ja seine Berechtigung - aber ist das wirklich gute Philosophie? Die großen Kämpfer um Veränderung, auch die Vorkämpfer unserer jetzigen bürgerlichen Gesellschaft, haben sich davon jedenfalls nicht beirren lassen. Das ist eigentlich eine säkularisierte Neufassung der Idee des Gottesgnadentums (woran auch dezidiert reaktionäre Ideologen wie Yarvin Curtis offen anknüpfen) - ich dachte, damit wäre nach Rousseau, Locke und Montesquieu, ja sogar Thomas Müntzer, wie Nietzsche mit dem Hammer unterwegs, mal langsam Schluss.
Wie ja auch Sartre betont, gibt es Freiheit nur in Situation und nie im luftleeren Raum. Aber das Wunderbare ist doch, dass wir die Chance haben, als Einzelne und kollektiv, diese nicht einfach hinzunehmen wie die Tiere, sondern daraus etwas zu machen. In diesem heroischen Bruch mit dem "Bestehenden" zeigt sich für mich - und da sehe mich ganz einig mit Nietzsche - erst das genuin Menschliche, davor fängt es noch gar nicht an.
Und ja, politisch gewendet ist das auch genau die Ideologie der CDU (und großer Teile der SPD leider; die heutige SPD hätte den "Schlamm auf dem Thron" nicht beseitigt, sondern ihn flehentlich ums Bleiben gebeten, um ja nicht die Stabilität zu gefährden). Der Ungeist der "Raute", der dafür gesorgt hat, dass wir 16 Jahre lang in einer quasi geschichtslosen Zeit gelebt haben - oder es jedenfalls meinten. Das Versprechen der "Raute": Die Zeit stillstellen. So wenig Veränderung wie möglich. Aus diesem Traum erwacht der deutsche Michel jetzt langsam, reibt sich die Augen und stellt fest, dass unterdessen die Welt eine ganz andere geworden ist. Da wäre mir etwas weniger "Marquardismus" schon sehr recht. (Dass die Veränderungsideologien, die es so gibt, ihrerseits ihre Probleme haben, möchte ich damit nicht bestreiten.)
abgrund-und-ermoglichung-die-schwebe-der-kontingenz
March 18, 2026 9:12 AM
mma
Man tut Marquart Unrecht, wenn man ihn zu einem bloßen CDU-Meisterdenker erklärt. (Und was ist überhaupt gegen ein gutes CDU-Programm zu sagen?!?) Genauer wäre es wohl, wenn man ihm im Sinne von Rortys „ironischen Liberalen“ als einem ironischen Konservativen deutet. Philosophisch anspruchsvoll ist seine Ironie als Erdung in der Existenz im Sinne von Sterblichkeit. Lebenskürze verlangt Üblichkeit:
„Zukunft braucht Herkunft: „die Wahl, die ich bin“ (Sartre), wird „getragen“ durch die Nichtwahl, die ich bin; und diese ist für uns stets so sehr das meiste, dass es – wegen unserer Lebenskürze – auch unsere Begründungskapazitäten übersteigt: Darum muss man, wenn man […] überhaupt begründen will, nicht die Nichtwahl begründen, sondern die Wahl (die Veränderung): die Beweislast hat der Veränderer.“ (Abschied vom Prinzipiellen. Abschnitt 3)
Daher plädiert Marquart für eine minimalinvasive Philosophie. Halte das für sehr heilsam gegenüber den philosophierenden Konzepten von Woke und MAGA, die den absoluten Elan von Jugendbewegungen besitzen.
(Kritisieren könnte man ihm von der Deutung der Existenz her. Arendts Idee der „Geburtlichkeit“ und auch Bachelards Begriff von seelisch-poetischer „Getragenheit“ könnten da weiterführen. Sloterdijks „Sphären“ hat das wunderbar ausgeführt.)
abgrund-und-ermoglichung-die-schwebe-der-kontingenz
March 13, 2026 11:27 AM
Yaman Van De Meer
An die Schriftstellerin Estella Walter,
ich habe Ihren Artikel über Nietzsche gelesen und bewundere Ihren Mut, ihn als Chamäleon zu beschreiben und zu versuchen, den Willen zur Macht mit dem Marxismus in Verbindung zu bringen. Aber lassen Sie mich offen sein: Ich hatte das Gefühl, dass Sie versuchen, einer Philosophie, die keine Grenzen kennt, einen ideologischen Rahmen aufzuzwingen. Nietzsche war weder Marxist noch Faschist im simplen Sinne, wie wir ihn heute verstehen; vielmehr suchte er nach etwas Tieferem: der Menschheit, die sich selbst, ihrer eigenen Existenz und den Realitäten von Schmerz und Tod stellt.
Der Wille zur Macht, den Sie als „Rechtfertigung für Hierarchie“ beschrieben haben, ist nicht bloß eine politische Waffe, sondern der Puls des Lebens selbst, der Faden der Kreativität, der Transzendenz und der Rebellion gegen alle Zwänge. Glauben Sie nicht, dass Ihre Lesart ihn auf einen engen Blickwinkel beschränkt hat, als hätten Sie Nietzsches Geist in einen marxistischen Käfig gesperrt?
Ich frage mich: Können wir über Nietzsche außerhalb des Kontextes von Ideologien sprechen und ihn als Aufruf zum Verständnis lesen, nicht als vorgefertigtes Werkzeug der Kritik? Vielleicht liegt die Antwort in der Art und Weise, wie Sie ihn verstehen, und vielleicht in Nietzsches eigener Art, sich jeder Kategorisierung zu entziehen.
Ich würde mich freuen, wenn Sie Ihre Gedanken mit mir teilen würden, nicht als vorsitzender Richter, sondern als Mitdenker, der in den Schriften dieses rätselhaften Philosophen nach der Wahrheit sucht.
Yaman Van De Meer
das-chamaleon-nietzsche
March 12, 2026 9:47 PM
Paul Stephan
Ja, das sind berechtigte Fragen! Ich interpretiere Blochs Begriff im Sinne einer kämpferischen, engagierten Welthaltung. Es geht dabei nicht darum "militant" im wörtlichen Sinne zu sein. Er will damit hervorheben, dass wahrhafter Optimismus nicht bedeutet, dazusitzen und darauf zu warten, dass schon alles von selbst gut wird, sondern mit Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten die objektiven Möglichkeiten der jeweiligen Situation zu erkunden und daraus das Beste zu machen. Und der Begriff impliziert auch, tapfer an die positive Veränderbarkeit der Situation zu glauben und sich nicht von den (scheinbaren) Verzweiflungsgründen kleinmachen zu lassen. Kurz: Es einfach mal mit wachem Blick zu versuchen. "Das Hoffen zu lernen" in diesem Sinne scheint mir heute wichtiger denn je - und Nietzsche kommt dem in den zitierten Passagen sehr nahe.
Mit "Reich" verstehe ich hier die bestehende nihilistische Weltordnung, das "Empire" aus dem Gedicht von Arthur O’Shaughnessy. Aber ich habe das bewusst so offen und vage formuliert, da es mir hier nicht um politische Agitation geht. Ich möchte einfach an den radikalen revolutionären Anspruch von Nietzsches Philosophie erinnern. Man darf sich selbst vorstellen, was für einen selbst das "Reich" ist und welcher "neue Leib" an seine Stelle treten soll. Nietzsche ging es um die Überwindung der "Sklavenmoral" und eine kulturelle Renaissance. Heute ist das Problem vielleicht eher eine eskalierende Pseudo-"Herrenmoral", dass selbst und gerade die "Elite" keinerlei Glauben an irgendetwas mehr hat: "Nun lebten sie frech in kurzen Lüsten, und über den Tag hin warfen sie kaum noch Ziele."
Ich sehe die Gegenwart sehr zwiespältig. Einerseits genießen wir im "Westen" ein ungeahntes Maß an individueller Freiheit, andererseits scheint in der Welt gerade einiges aus dem Ruder zu laufen - was auch diese Freiheitsspielräume nicht unberührt lässt. Wie können wir angesichts der zunehmenden Absurdität der Welt Haltung bewahren und an unseren Idealen festhalten? Wie konnte es überhaupt soweit kommen und was wäre nötig, um wieder "auf Kurs" zu kommen? Es gibt einiges für uns zu tun als Philosophen ...
Ich werde mal ganz konkret: Vor allem in den USA scheint die "Elite" seit zwei Jahren völlig in eine Parallelwelt geflüchtet zu haben. Was ist der Glaube, der hier noch irgendetwas motiviert?`Es geht offensichtlich nur noch darum, permanent irgendwelche Erregungszustände herbeizuführen, Signifikanten ohne Signifikat, bzw. sich selbst in solche zu versetzen. Der Depression als Einsicht in die Vergeblichkeit des eigenen Tuns muss immer wieder neu ausgewichen werden. Das erinnert alles an einen Ertrinkenden, der nochmal wild um sich schlägt vorm Absaufen. An die Stelle realen Wirtschaftens tritt Ökonomiesimulation, das Völkerrecht erweist sich mehr und mehr als "Fetzen Papier", ganze Nationen werden zu Freiwild erklärt ... Seit Beginn des Jahres scheint der Wahnsinn völlig ausgebrochen zu sein. Das deutet alles darauf hin, dass da der Kollaps eines "Reiches" kurz bevorsteht - die entscheidende Frage wird sein, was an seine Stelle treten wird; ein neuer Anfang oder ein weiteres Absinken in den Strudel?
Wir müssen da vor allem aufpassen, selbst auf Kurs zu bleiben!
zwei-jahre-durch-walder-von-symbolen
March 12, 2026 5:53 PM
mma
Da stellen sich mir die Fragen, was das Militante in der „militanter Optimismus“ (Ernst Bloch) sein soll, was unter "dieses Reich zu Fall zu bringen" zu verstehen ist, was es bedeuten soll "einen neuen Leib aus seinen Ruinen hervortreten zu lassen"? - Klingt mir alles zu sozialistisch. Ansonsten: Spannendes erreicht und die Illustrationen von Linus Rupp sind erstklassig.
zwei-jahre-durch-walder-von-symbolen
March 4, 2026 2:27 PM
mma
Starker Text. Dachte bei der Frage, wer bereit wäre, sich wehrlos zu machen, spontan an Marcel Mauss: Die Gabe. Dort das Phänomens eines Wettkampfes in der Bewirtung von Gästen, Großzügigkeit rührt zur Großzügigkeit. Ansonsten: Europa als Art eines postimperialen Imperiums, was durch seine - bisherige - Immunität gegen Realpolitik und seine sympathische Vielfalt von Lebenskünsten ein Charisma der Wehrlosigkeit weckt. Europa könnte die Großmacht der Posthistorie werden, wenn es stolzer auf seine Errungenschaften wäre und sich nicht in moralische Regulation als Kompensation fehlender Stärke verausgaben würde.
frieden-aus-starke
March 3, 2026 5:05 PM
Theodor Schild
Ausgezeichneter Beitrag!
frieden-aus-starke
February 27, 2026 7:40 PM
February 22, 2026 5:19 PM
February 21, 2026 3:03 PM
February 21, 2026 12:26 PM
February 21, 2026 5:36 AM
February 19, 2026 4:00 PM
February 16, 2026 8:17 PM
February 16, 2026 2:14 PM
February 16, 2026 11:06 AM
February 15, 2026 8:40 PM
February 15, 2026 2:59 AM
February 14, 2026 11:20 PM
February 11, 2026 2:02 PM
Henry Holland
Tobias Kurpat geht dieses Thema gekönnt essayistisch um: Die Figur der Barbaren wird umgekreist, statt mit systematischer Schwere festgenagelt. Dabei wird aber die linke Nietzsche-Rezeption zu einfältig dargestellt, die Linken schon wieder zur wahren Helden der Geschichte stilisiert: Und eine wirklich Auseinandersetzung mit den Rechten—bis hin zu einem Zitieren dieser Rechten, kann man sich das vorstellen?—, aus dem Weg gegangen.
Anders als von Kurpat dargestellt, wenige aber wirkungsvolle Vertreter eine linke Nietzsche-Rezeption haben Nietzsche sehr wohl "beim Wort" genommen: Und auch zurecht, bezüglich mehreren Schlüsselthemen. Hier ist vor allem der Historiker Domenico Losurdo zu nennen. Mit Statements von vielen Zeitzeugen, welche die erste Generation der Nietzsche-Rezeption mitgestaltet haben (u.a. viele Linken, z.B. Franz Mehring—im Spartakus/Anti-Kriegs-Flüger im 1. Weltkrieg), zeigt Losurdo überzeugend auf, dass 1. viele Nietzsches Zeitgenossen Nietzsche "beim Wort" nahmen; 2. dass in einigen Schlüsselthemen, N. wollte beim Wort genommen werden: Oder mindestens v. den Kreisen, die ihm Nahe stand. Hier z.B. ist George Brandes (in der englischen Übersetzung zitiert) reagirend auf Nietzsches tatkräftige Unterstützung der real existierende Sklaverei u. Eugenikpolitik: "For Nietzsche, the size of progress must be measured by the sacrifices it
requires. Hygiene that keeps alive millions of the weak and useless, of
people that would be better dead, does not for him constitute real pro
gress." (Zitiert nach Losurdo, engl. Spracheausgabe, 2022).
Wo Kurpat und ich eventuell übereinstimmen würden (hoffe ich zumindest), ist die Realisierung, unabhängig der Verwerflichkeit einiger Nietzsches politischen Überzeugungen, dass es fatal wäre, ab jetzt seine Erbe nur den Neuen Rechten zu überlassen. Aber um in dieser Sache etwas zu erreichen, muss man wegkommen von der intellektuellen (und manchmal auch ethischen) Überlegenheitsgeste, welche die Linke so sehr auf die eigene Fahne schreiben. Es mag sein, dass die Linke in dieser Debatte durchgehend u. auch schlussendlich "im Rechten" waren und es immer noch sind: Dass wird aber die bei den neuen Rechten, oder aber auch die noch Unentschlossenen, herzlich wenig beeindrucken. In dieser psychologischen Konstellation, ist es mehr als fragwürdig was Kurpat mit dem Vorwürfen der "Pseudowissenschaftlichkeit" und des "Neoreaktionären" Seins gegen die Neuen Rechten erreichen will. z.T. Pseudowissenschaftlichkeit: Was hält dann Kurpat von den Unmengen von "Wissenschaft (?) (?)", die linkspolitischen AutorInnen derzeit in Peer-Reviewed-Journals zu wichtigen Themen wie "autoethnography", oder wie Lehrkräfte mit unterschiedl. Gender-Vorstellungen sich unterschiedlich verkleiden, veröffentlichen? Beispielsweise kann eine solche besagte Autor*in, wenn nur "gut genug", beim Peer-Review-Journal Social Sciences für nur 1800 Schweizer Frank (richtig: Achtzehnhundert)) "Article Processing Charge" veröffentlichen. Konkret über Themen wie "autoethnographic journals", denn dieser gehören zweifelsohne den "hard sciences" an, oder? (Aufgerufen 11.2.2026, https://www.mdpi.com/journal/socsci/special_issues/4DVOO1LC46
Parodie oder ein Stigmatisieren durch Ein-Wort-Beschimpfungen ("pseudowissenschaftlich") bringt Lesende auch nicht weiter, wenn es darum geht, die Nietzsche Lese-Art der Neuen Rechten tiefer zu verstehen: Und dadurch zu bekämpfen. Kurpat selbst hat das wichtige Thema der Genetik, und den Neuen Rechten Umgang damit, thematisiert: Ein Feld, wo die Eugenik immer wieder mitschwimmt. Aber statt realen Akteuren der neuen Rechten hierzu zu zitieren, z.B. Costin Vlad Alamariu, wessen 2023-Buch Selective Breeding and the Birth of Philosophy mitten in das Genetik-Eugenik-Feld einmarschiert, geht Kurpat auch hier eine echte Auseinandersetzung aus dem Weg. Persönlich halte ich Selective Breeding (2023) für komplett verwerflich, dennoch ehrlich (letzteres kann man nicht immer den Linken beim Umgang mit der Wissenschaft bezeichnen). Es gibt z.B. eine in Europa sozialakzeptierte Form der Eugenik (des "Selective Breeding"): Und vielleicht ist das richtig: Vielleicht soll es sie geben: Seit der massiven Ausbreitung der pränatale Diagnostik gibt es ein massives Zurückgehen von Menschen, die mit Downs Syndrome u. anderen (relative häufigen) Behinderungen geboren werden. In dieser Sache haben de Graaft et al. (2021) nachweisen können, dass die Anzahl der Menschen, die mit Trisomie 21/Downs Syndrom geboren sind, zw. 2011-2015 bei 54% (!) in Europa zurück gegangen ist: Verglichen mit der Geburtsrate, wenn es die selektive Abtreibungen nicht gegeben hätten. (de Graaf, G., Buckley, F., & Skotko, B. G. (2021). Estimation of the number of people with Down syndrome in Europe. European Journal of Human Genetics, 29(3), 402–410. https://doi.org/10.1038/s41431-020-00748-y, hier S. 403-404)
Frage, zuletzt: Wird gegen Unsafe House geschossen, weil House geg. HGB Leipig schießt? Seinen You-Tube-Kanal bezeugt das
der-ubermensch-im-hamsterrad
February 10, 2026 11:57 AM
February 3, 2026 11:57 AM
January 25, 2026 11:31 PM
January 22, 2026 10:58 AM
Henry Holland
Hats off to you, Dr. Dann, for your ability to still be moved! Back here amongst German-speaking intelligentsia, on the fringes of the Nietzsche Studies establishment, the gift of reacting emotionally to religious experience & thought is eyed with more than suspicion. Which again begs the question: for a diehard secularist, what moved Nietzsche to spend so much of his brilliant prose on this polemical (indeed often abusive) dialogue with religious people & movements, e.g., Islam & Christianity? And I love hearing the trouble-stirring Antichrist (aka F. Nietzsche), Rudolf Steiner, & Henry Thoreau mentioned in the same breath: despite the evidence of Nietzsche reading the American transcendalists (I think more Emerson than Thoreau) this vein has hardly been mined. Finally, a riff-off Pierre Klossowski's Muslim-inflected reincarnation fiction that is centered in Part II of my essay here on POParts: if Klossowski (his 1965 novel) has N. reentering existence as an anteater, which messages, spinning Klossowski's fiction further, would Nietzsche now have for his audiences if he were to reincarnate as a tour guide in the 2020s, in Genoa or Leipzig, two of his cities of choice?
friede-mit-dem-islam
January 21, 2026 8:06 PM
Kevin Dann
Thanks Henry Holland for your humane crying out into the streets: “Come, friends, let us meet the Other without collapsing into Fear!” while walking blithely and bravely right into the messy middle where beauty and hospitality and Fear and Charity live harmoniously in the same few blocks.
You do a graceful pas de deux round the dread anti–Semitism; you do what Nietzsche would demand, what Steiner would demand, what Thoreau would demand, what Kafka would demand—you try to SEE. Having been a tour guide for a decade in the belly of that Beast Gotham, I know the drill. Only a few courageous ones can pull it off as deftly as you do here.
The neighbor, the pakora, the charity shop, the beard, the sectarian awkwardness, the red sandstone, the heat—all the indispensable elements where the future will be decided. Bravo!
friede-mit-dem-islam
January 21, 2026 12:39 PM
Olimpia
Der „Barbarin“-Gedanke zieht sich als roter Faden durch Politik, Gesellschaft, Mode und Philosophie: Er beschreibt Frauen, die sich dem System nicht durch offenen Kampf, sondern durch bewusste Verweigerung entziehen. Ihr stärkstes Werkzeug ist das stille, kompromisslose „Nein“ – ein Nein zur Selbstaufopferung, zur Dauerverfügbarkeit, zum männlichen Blick und zu den alten Regeln der Macht.
Manche Frauen treten zurück, nicht, weil sie scheitern, sondern weil sie den Preis für grenzenlose Hingabe nicht mehr akzeptieren. Auch der leise Rückzug vieler Frauen aus der Kommunalpolitik ist Teil desselben Musters – ein Nein zu Hass, Sexismus und dauerhafter Angreifbarkeit. Gleichzeitig formieren sich Frauen fraktionsübergreifend neu und verweigern traditionelle Rivalität: Sie entziehen sich damit der alten politischen Logik.
Manche, statt als dekorative Figur neben dem Machtzentrum zu funktionieren, nutzen die Kleidung und Gesten nicht zur Bestätigung des Systems, sondern zur Abgrenzung. Wenn sie den Blick senken, schweigen oder Grenzen setzen, wird dies als Provokation gelesen – nicht weil sie etwas Falsches tuen, sondern weil sie sich weigern, die gesellschaftliche Pflicht zur ständigen Lesbarkeit zu erfüllen.
Die Metapher des tief ins Gesicht gezogenen Hutes bündelt dieses Prinzip. Er ist kein Versteck, sondern ein Schutzraum: ein Entzug des Blicks und damit der Verfügungsmacht anderer. Wer ihre Augen nicht sieht, kann sie nicht einordnen. Die Frau wird unlesbar – und damit unkontrollierbar. Mode wird zur Rüstung einer Subjektwerdung, die das System provoziert, weil sie die erwartete Gefälligkeit verweigert.
Ihr Verhalten ist ein praktisches „stilles Nein“: Sie lässt sich nicht in das erwartete Skript der gefälligen, stets verfügbaren politischen Partnerin pressen. Gerade diese Verweigerung macht sie zur Barbarin unserer Zeit – zu einer Frau, die ihre eigene narrative Macht behauptet, indem sie nicht liefert, was die Öffentlichkeit von ihr verlangt.
Philosophisch ist dies ein Akt der radikalen Autonomie. Die Barbarin bricht den „Blick des Anderen“ (Sartre), beansprucht Glissants Recht auf Opazität und verkörpert eine negative Freiheit im Sinne Berlins: Freiheit von Erwartungen, von Lesbarkeit, von Verfügbarkeit. Sie hört auf, ein Bild für andere zu sein, und beginnt, eine Existenz für sich selbst zu führen.
Das „stille Nein“ der modernen Barbarin ist damit keine Flucht, sondern ein Gegenentwurf. Im Schatten der Hutkrempe sammelt sie Kraft, definiert sich neu und bildet eine Macht, die alten Strukturen gefährlich wird: die Macht jener Frau, die nichts mehr beweisen muss – und die selbst entscheidet, wann und wie sie sichtbar wird.
barbarinnen---wenn-frauen-zur-gefahr-werden
January 21, 2026 12:01 PM
January 21, 2026 12:41 AM
January 19, 2026 11:24 AM
January 18, 2026 10:00 PM
January 17, 2026 11:05 PM
January 16, 2026 11:02 PM
January 16, 2026 8:40 AM
Mario Beilhack
Auf den Punkt und jetzt „auf die Schiffe“ ihr Philosophen! Verlassen wir die öden Gestade der Ressentiments!
vom-leugner-uber-die-verschworungstheorie-zum-ghosting
January 16, 2026 2:19 AM
angelika schober
ein sehr interessanter und guter artikel
vom-leugner-uber-die-verschworungstheorie-zum-ghosting
January 16, 2026 12:26 AM
January 13, 2026 11:43 PM
December 31, 2025 9:37 AM
December 31, 2025 6:14 AM
December 30, 2025 10:13 PM
December 29, 2025 9:43 PM
Paul Stephan
Ein kleines Update: Meine Tochter Charlotte Emma Luise wurde am 26. 12. geboren.
vater-sein-mit-nietzsche
December 27, 2025 6:24 PM
December 26, 2025 6:13 PM
Waldgänger
Ein Einwand gegen den vorherigen Kommentar (mma, 3.12.2025): Wenn Philosophie nur als erbauliche Erholung von der Abnutzung durch vermeintlich fortschrittliche technokratische und kapitalistische Betriebsabläufe dient, anstatt sich mit diesen kritisch auseinanderzusetzen, verkommt sie trotz ihres tendenziell nonkonformistischen Charakters zu einer affirmativen Parteinahme für das Bestehende. In diesem Sinn, nämlich zur Aufwertung eines an sich wenig rühmlichen "Mitmachens" - man will sich eben trotz allem den Anschein geben, irgendwie rebellisch zu sein -, haben heute so manche Philosophie nötig. Sich dies einzugestehen, ist vielleicht der erste Schritt, den philosophischen Anspruch einzulösen, der ansonsten mitunter in schreiendem Gegensatz zum tatsächlich praktizierten Verhalten steht. Übrigens gibt es an Nietzsche so manches zu kritisieren, nicht aber mangelnde Selbstkritik: "Wohlan, ich hatte Wagner nötig", gesteht er sich ein und erkennt sich somit im Rückblick als einen der "Täglich-Abgenützten", denen eben Wagners Inszenierungen "eine Art Ferien für Geist, Witz und Gemüth" zu bieten hatten. Es wäre schade, wenn sich Philosophie heute auf eine vergleichbare Funktion reduzieren würde. Dass sie inzwischen ein Nischendasein führt und man sich Zeit und Ressourcen freigeschaufelt haben muss, um sich tiefgehend mit philosophischen Fragen befassen zu können, ist unbestritten. Es hilft der Philosophie, inmitten funktionalistischer Abläufe und zunehmender Trivialität des Alltags gewissermaßen zu überwintern. Wenn sie sich allerdings nicht mehr aus ihrem Versteck hervorwagt, auf gesellschaftliche Entwicklungen Einfluss nimmt und mitunter zum Stein des Anstoßes wird, hat sie ihren eigenen Anspruch verfehlt.
der-sinn-ist-gefallen-doch-ich-traume-noch
December 26, 2025 4:55 PM
December 25, 2025 1:12 PM
December 25, 2025 11:50 AM
December 24, 2025 1:11 AM
December 22, 2025 9:17 PM
Paul Stephan
Maybe Rilke's poetic vision of a "belief without chapels which silently does it wonders" could serve as an inspiration for people of Christian, Jewish, and Muslim background alike to overcome the current horrible conflicts and work jointly on a world without fanaticism: https://youtu.be/ETmwrW7L7s8?si=GS8NKHH7WCqjnMkg
(And of course one should reread Lessing's "Nathan", always!)
friede-mit-dem-islam