March 13, 2026 11:27 AM
Yaman Van De Meer
An die Schriftstellerin Estella Walter,
ich habe Ihren Artikel über Nietzsche gelesen und bewundere Ihren Mut, ihn als Chamäleon zu beschreiben und zu versuchen, den Willen zur Macht mit dem Marxismus in Verbindung zu bringen. Aber lassen Sie mich offen sein: Ich hatte das Gefühl, dass Sie versuchen, einer Philosophie, die keine Grenzen kennt, einen ideologischen Rahmen aufzuzwingen. Nietzsche war weder Marxist noch Faschist im simplen Sinne, wie wir ihn heute verstehen; vielmehr suchte er nach etwas Tieferem: der Menschheit, die sich selbst, ihrer eigenen Existenz und den Realitäten von Schmerz und Tod stellt.
Der Wille zur Macht, den Sie als „Rechtfertigung für Hierarchie“ beschrieben haben, ist nicht bloß eine politische Waffe, sondern der Puls des Lebens selbst, der Faden der Kreativität, der Transzendenz und der Rebellion gegen alle Zwänge. Glauben Sie nicht, dass Ihre Lesart ihn auf einen engen Blickwinkel beschränkt hat, als hätten Sie Nietzsches Geist in einen marxistischen Käfig gesperrt?
Ich frage mich: Können wir über Nietzsche außerhalb des Kontextes von Ideologien sprechen und ihn als Aufruf zum Verständnis lesen, nicht als vorgefertigtes Werkzeug der Kritik? Vielleicht liegt die Antwort in der Art und Weise, wie Sie ihn verstehen, und vielleicht in Nietzsches eigener Art, sich jeder Kategorisierung zu entziehen.
Ich würde mich freuen, wenn Sie Ihre Gedanken mit mir teilen würden, nicht als vorsitzender Richter, sondern als Mitdenker, der in den Schriften dieses rätselhaften Philosophen nach der Wahrheit sucht.
Yaman Van De Meer
das-chamaleon-nietzsche
March 12, 2026 9:47 PM
Paul Stephan
Ja, das sind berechtigte Fragen! Ich interpretiere Blochs Begriff im Sinne einer kämpferischen, engagierten Welthaltung. Es geht dabei nicht darum "militant" im wörtlichen Sinne zu sein. Er will damit hervorheben, dass wahrhafter Optimismus nicht bedeutet, dazusitzen und darauf zu warten, dass schon alles von selbst gut wird, sondern mit Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten die objektiven Möglichkeiten der jeweiligen Situation zu erkunden und daraus das Beste zu machen. Und der Begriff impliziert auch, tapfer an die positive Veränderbarkeit der Situation zu glauben und sich nicht von den (scheinbaren) Verzweiflungsgründen kleinmachen zu lassen. Kurz: Es einfach mal mit wachem Blick zu versuchen. "Das Hoffen zu lernen" in diesem Sinne scheint mir heute wichtiger denn je - und Nietzsche kommt dem in den zitierten Passagen sehr nahe.
Mit "Reich" verstehe ich hier die bestehende nihilistische Weltordnung, das "Empire" aus dem Gedicht von Arthur O’Shaughnessy. Aber ich habe das bewusst so offen und vage formuliert, da es mir hier nicht um politische Agitation geht. Ich möchte einfach an den radikalen revolutionären Anspruch von Nietzsches Philosophie erinnern. Man darf sich selbst vorstellen, was für einen selbst das "Reich" ist und welcher "neue Leib" an seine Stelle treten soll. Nietzsche ging es um die Überwindung der "Sklavenmoral" und eine kulturelle Renaissance. Heute ist das Problem vielleicht eher eine eskalierende Pseudo-"Herrenmoral", dass selbst und gerade die "Elite" keinerlei Glauben an irgendetwas mehr hat: "Nun lebten sie frech in kurzen Lüsten, und über den Tag hin warfen sie kaum noch Ziele."
Ich sehe die Gegenwart sehr zwiespältig. Einerseits genießen wir im "Westen" ein ungeahntes Maß an individueller Freiheit, andererseits scheint in der Welt gerade einiges aus dem Ruder zu laufen - was auch diese Freiheitsspielräume nicht unberührt lässt. Wie können wir angesichts der zunehmenden Absurdität der Welt Haltung bewahren und an unseren Idealen festhalten? Wie konnte es überhaupt soweit kommen und was wäre nötig, um wieder "auf Kurs" zu kommen? Es gibt einiges für uns zu tun als Philosophen ...
Ich werde mal ganz konkret: Vor allem in den USA scheint die "Elite" seit zwei Jahren völlig in eine Parallelwelt geflüchtet zu haben. Was ist der Glaube, der hier noch irgendetwas motiviert?`Es geht offensichtlich nur noch darum, permanent irgendwelche Erregungszustände herbeizuführen, Signifikanten ohne Signifikat, bzw. sich selbst in solche zu versetzen. Der Depression als Einsicht in die Vergeblichkeit des eigenen Tuns muss immer wieder neu ausgewichen werden. Das erinnert alles an einen Ertrinkenden, der nochmal wild um sich schlägt vorm Absaufen. An die Stelle realen Wirtschaftens tritt Ökonomiesimulation, das Völkerrecht erweist sich mehr und mehr als "Fetzen Papier", ganze Nationen werden zu Freiwild erklärt ... Seit Beginn des Jahres scheint der Wahnsinn völlig ausgebrochen zu sein. Das deutet alles darauf hin, dass da der Kollaps eines "Reiches" kurz bevorsteht - die entscheidende Frage wird sein, was an seine Stelle treten wird; ein neuer Anfang oder ein weiteres Absinken in den Strudel?
Wir müssen da vor allem aufpassen, selbst auf Kurs zu bleiben!
zwei-jahre-durch-walder-von-symbolen
March 12, 2026 5:53 PM
mma
Da stellen sich mir die Fragen, was das Militante in der „militanter Optimismus“ (Ernst Bloch) sein soll, was unter "dieses Reich zu Fall zu bringen" zu verstehen ist, was es bedeuten soll "einen neuen Leib aus seinen Ruinen hervortreten zu lassen"? - Klingt mir alles zu sozialistisch. Ansonsten: Spannendes erreicht und die Illustrationen von Linus Rupp sind erstklassig.
zwei-jahre-durch-walder-von-symbolen
March 4, 2026 2:27 PM
mma
Starker Text. Dachte bei der Frage, wer bereit wäre, sich wehrlos zu machen, spontan an Marcel Mauss: Die Gabe. Dort das Phänomens eines Wettkampfes in der Bewirtung von Gästen, Großzügigkeit rührt zur Großzügigkeit. Ansonsten: Europa als Art eines postimperialen Imperiums, was durch seine - bisherige - Immunität gegen Realpolitik und seine sympathische Vielfalt von Lebenskünsten ein Charisma der Wehrlosigkeit weckt. Europa könnte die Großmacht der Posthistorie werden, wenn es stolzer auf seine Errungenschaften wäre und sich nicht in moralische Regulation als Kompensation fehlender Stärke verausgaben würde.
frieden-aus-starke
March 3, 2026 5:05 PM
Theodor Schild
Ausgezeichneter Beitrag!
frieden-aus-starke
February 27, 2026 7:40 PM
February 22, 2026 5:19 PM
February 21, 2026 3:03 PM
February 21, 2026 12:26 PM
February 21, 2026 5:36 AM
February 19, 2026 4:00 PM
February 16, 2026 8:17 PM
February 16, 2026 2:14 PM
February 16, 2026 11:06 AM
February 15, 2026 8:40 PM
February 15, 2026 2:59 AM
February 14, 2026 11:20 PM
February 11, 2026 2:02 PM
Henry Holland
Tobias Kurpat geht dieses Thema gekönnt essayistisch um: Die Figur der Barbaren wird umgekreist, statt mit systematischer Schwere festgenagelt. Dabei wird aber die linke Nietzsche-Rezeption zu einfältig dargestellt, die Linken schon wieder zur wahren Helden der Geschichte stilisiert: Und eine wirklich Auseinandersetzung mit den Rechten—bis hin zu einem Zitieren dieser Rechten, kann man sich das vorstellen?—, aus dem Weg gegangen.
Anders als von Kurpat dargestellt, wenige aber wirkungsvolle Vertreter eine linke Nietzsche-Rezeption haben Nietzsche sehr wohl "beim Wort" genommen: Und auch zurecht, bezüglich mehreren Schlüsselthemen. Hier ist vor allem der Historiker Domenico Losurdo zu nennen. Mit Statements von vielen Zeitzeugen, welche die erste Generation der Nietzsche-Rezeption mitgestaltet haben (u.a. viele Linken, z.B. Franz Mehring—im Spartakus/Anti-Kriegs-Flüger im 1. Weltkrieg), zeigt Losurdo überzeugend auf, dass 1. viele Nietzsches Zeitgenossen Nietzsche "beim Wort" nahmen; 2. dass in einigen Schlüsselthemen, N. wollte beim Wort genommen werden: Oder mindestens v. den Kreisen, die ihm Nahe stand. Hier z.B. ist George Brandes (in der englischen Übersetzung zitiert) reagirend auf Nietzsches tatkräftige Unterstützung der real existierende Sklaverei u. Eugenikpolitik: "For Nietzsche, the size of progress must be measured by the sacrifices it
requires. Hygiene that keeps alive millions of the weak and useless, of
people that would be better dead, does not for him constitute real pro
gress." (Zitiert nach Losurdo, engl. Spracheausgabe, 2022).
Wo Kurpat und ich eventuell übereinstimmen würden (hoffe ich zumindest), ist die Realisierung, unabhängig der Verwerflichkeit einiger Nietzsches politischen Überzeugungen, dass es fatal wäre, ab jetzt seine Erbe nur den Neuen Rechten zu überlassen. Aber um in dieser Sache etwas zu erreichen, muss man wegkommen von der intellektuellen (und manchmal auch ethischen) Überlegenheitsgeste, welche die Linke so sehr auf die eigene Fahne schreiben. Es mag sein, dass die Linke in dieser Debatte durchgehend u. auch schlussendlich "im Rechten" waren und es immer noch sind: Dass wird aber die bei den neuen Rechten, oder aber auch die noch Unentschlossenen, herzlich wenig beeindrucken. In dieser psychologischen Konstellation, ist es mehr als fragwürdig was Kurpat mit dem Vorwürfen der "Pseudowissenschaftlichkeit" und des "Neoreaktionären" Seins gegen die Neuen Rechten erreichen will. z.T. Pseudowissenschaftlichkeit: Was hält dann Kurpat von den Unmengen von "Wissenschaft (?) (?)", die linkspolitischen AutorInnen derzeit in Peer-Reviewed-Journals zu wichtigen Themen wie "autoethnography", oder wie Lehrkräfte mit unterschiedl. Gender-Vorstellungen sich unterschiedlich verkleiden, veröffentlichen? Beispielsweise kann eine solche besagte Autor*in, wenn nur "gut genug", beim Peer-Review-Journal Social Sciences für nur 1800 Schweizer Frank (richtig: Achtzehnhundert)) "Article Processing Charge" veröffentlichen. Konkret über Themen wie "autoethnographic journals", denn dieser gehören zweifelsohne den "hard sciences" an, oder? (Aufgerufen 11.2.2026, https://www.mdpi.com/journal/socsci/special_issues/4DVOO1LC46
Parodie oder ein Stigmatisieren durch Ein-Wort-Beschimpfungen ("pseudowissenschaftlich") bringt Lesende auch nicht weiter, wenn es darum geht, die Nietzsche Lese-Art der Neuen Rechten tiefer zu verstehen: Und dadurch zu bekämpfen. Kurpat selbst hat das wichtige Thema der Genetik, und den Neuen Rechten Umgang damit, thematisiert: Ein Feld, wo die Eugenik immer wieder mitschwimmt. Aber statt realen Akteuren der neuen Rechten hierzu zu zitieren, z.B. Costin Vlad Alamariu, wessen 2023-Buch Selective Breeding and the Birth of Philosophy mitten in das Genetik-Eugenik-Feld einmarschiert, geht Kurpat auch hier eine echte Auseinandersetzung aus dem Weg. Persönlich halte ich Selective Breeding (2023) für komplett verwerflich, dennoch ehrlich (letzteres kann man nicht immer den Linken beim Umgang mit der Wissenschaft bezeichnen). Es gibt z.B. eine in Europa sozialakzeptierte Form der Eugenik (des "Selective Breeding"): Und vielleicht ist das richtig: Vielleicht soll es sie geben: Seit der massiven Ausbreitung der pränatale Diagnostik gibt es ein massives Zurückgehen von Menschen, die mit Downs Syndrome u. anderen (relative häufigen) Behinderungen geboren werden. In dieser Sache haben de Graaft et al. (2021) nachweisen können, dass die Anzahl der Menschen, die mit Trisomie 21/Downs Syndrom geboren sind, zw. 2011-2015 bei 54% (!) in Europa zurück gegangen ist: Verglichen mit der Geburtsrate, wenn es die selektive Abtreibungen nicht gegeben hätten. (de Graaf, G., Buckley, F., & Skotko, B. G. (2021). Estimation of the number of people with Down syndrome in Europe. European Journal of Human Genetics, 29(3), 402–410. https://doi.org/10.1038/s41431-020-00748-y, hier S. 403-404)
Frage, zuletzt: Wird gegen Unsafe House geschossen, weil House geg. HGB Leipig schießt? Seinen You-Tube-Kanal bezeugt das
der-ubermensch-im-hamsterrad
February 10, 2026 11:57 AM
February 3, 2026 11:57 AM
January 25, 2026 11:31 PM
January 22, 2026 10:58 AM
Henry Holland
Hats off to you, Dr. Dann, for your ability to still be moved! Back here amongst German-speaking intelligentsia, on the fringes of the Nietzsche Studies establishment, the gift of reacting emotionally to religious experience & thought is eyed with more than suspicion. Which again begs the question: for a diehard secularist, what moved Nietzsche to spend so much of his brilliant prose on this polemical (indeed often abusive) dialogue with religious people & movements, e.g., Islam & Christianity? And I love hearing the trouble-stirring Antichrist (aka F. Nietzsche), Rudolf Steiner, & Henry Thoreau mentioned in the same breath: despite the evidence of Nietzsche reading the American transcendalists (I think more Emerson than Thoreau) this vein has hardly been mined. Finally, a riff-off Pierre Klossowski's Muslim-inflected reincarnation fiction that is centered in Part II of my essay here on POParts: if Klossowski (his 1965 novel) has N. reentering existence as an anteater, which messages, spinning Klossowski's fiction further, would Nietzsche now have for his audiences if he were to reincarnate as a tour guide in the 2020s, in Genoa or Leipzig, two of his cities of choice?
friede-mit-dem-islam
January 21, 2026 8:06 PM
Kevin Dann
Thanks Henry Holland for your humane crying out into the streets: “Come, friends, let us meet the Other without collapsing into Fear!” while walking blithely and bravely right into the messy middle where beauty and hospitality and Fear and Charity live harmoniously in the same few blocks.
You do a graceful pas de deux round the dread anti–Semitism; you do what Nietzsche would demand, what Steiner would demand, what Thoreau would demand, what Kafka would demand—you try to SEE. Having been a tour guide for a decade in the belly of that Beast Gotham, I know the drill. Only a few courageous ones can pull it off as deftly as you do here.
The neighbor, the pakora, the charity shop, the beard, the sectarian awkwardness, the red sandstone, the heat—all the indispensable elements where the future will be decided. Bravo!
friede-mit-dem-islam
January 21, 2026 12:39 PM
Olimpia
Der „Barbarin“-Gedanke zieht sich als roter Faden durch Politik, Gesellschaft, Mode und Philosophie: Er beschreibt Frauen, die sich dem System nicht durch offenen Kampf, sondern durch bewusste Verweigerung entziehen. Ihr stärkstes Werkzeug ist das stille, kompromisslose „Nein“ – ein Nein zur Selbstaufopferung, zur Dauerverfügbarkeit, zum männlichen Blick und zu den alten Regeln der Macht.
Manche Frauen treten zurück, nicht, weil sie scheitern, sondern weil sie den Preis für grenzenlose Hingabe nicht mehr akzeptieren. Auch der leise Rückzug vieler Frauen aus der Kommunalpolitik ist Teil desselben Musters – ein Nein zu Hass, Sexismus und dauerhafter Angreifbarkeit. Gleichzeitig formieren sich Frauen fraktionsübergreifend neu und verweigern traditionelle Rivalität: Sie entziehen sich damit der alten politischen Logik.
Manche, statt als dekorative Figur neben dem Machtzentrum zu funktionieren, nutzen die Kleidung und Gesten nicht zur Bestätigung des Systems, sondern zur Abgrenzung. Wenn sie den Blick senken, schweigen oder Grenzen setzen, wird dies als Provokation gelesen – nicht weil sie etwas Falsches tuen, sondern weil sie sich weigern, die gesellschaftliche Pflicht zur ständigen Lesbarkeit zu erfüllen.
Die Metapher des tief ins Gesicht gezogenen Hutes bündelt dieses Prinzip. Er ist kein Versteck, sondern ein Schutzraum: ein Entzug des Blicks und damit der Verfügungsmacht anderer. Wer ihre Augen nicht sieht, kann sie nicht einordnen. Die Frau wird unlesbar – und damit unkontrollierbar. Mode wird zur Rüstung einer Subjektwerdung, die das System provoziert, weil sie die erwartete Gefälligkeit verweigert.
Ihr Verhalten ist ein praktisches „stilles Nein“: Sie lässt sich nicht in das erwartete Skript der gefälligen, stets verfügbaren politischen Partnerin pressen. Gerade diese Verweigerung macht sie zur Barbarin unserer Zeit – zu einer Frau, die ihre eigene narrative Macht behauptet, indem sie nicht liefert, was die Öffentlichkeit von ihr verlangt.
Philosophisch ist dies ein Akt der radikalen Autonomie. Die Barbarin bricht den „Blick des Anderen“ (Sartre), beansprucht Glissants Recht auf Opazität und verkörpert eine negative Freiheit im Sinne Berlins: Freiheit von Erwartungen, von Lesbarkeit, von Verfügbarkeit. Sie hört auf, ein Bild für andere zu sein, und beginnt, eine Existenz für sich selbst zu führen.
Das „stille Nein“ der modernen Barbarin ist damit keine Flucht, sondern ein Gegenentwurf. Im Schatten der Hutkrempe sammelt sie Kraft, definiert sich neu und bildet eine Macht, die alten Strukturen gefährlich wird: die Macht jener Frau, die nichts mehr beweisen muss – und die selbst entscheidet, wann und wie sie sichtbar wird.
barbarinnen---wenn-frauen-zur-gefahr-werden
January 21, 2026 12:01 PM
January 21, 2026 12:41 AM
January 19, 2026 11:24 AM
January 18, 2026 10:00 PM
January 17, 2026 11:05 PM
January 16, 2026 11:02 PM
January 16, 2026 8:40 AM
Mario Beilhack
Auf den Punkt und jetzt „auf die Schiffe“ ihr Philosophen! Verlassen wir die öden Gestade der Ressentiments!
vom-leugner-uber-die-verschworungstheorie-zum-ghosting
January 16, 2026 2:19 AM
angelika schober
ein sehr interessanter und guter artikel
vom-leugner-uber-die-verschworungstheorie-zum-ghosting
January 16, 2026 12:26 AM
January 13, 2026 11:43 PM
December 31, 2025 9:37 AM
December 31, 2025 6:14 AM
December 30, 2025 10:13 PM
December 29, 2025 9:43 PM
Paul Stephan
Ein kleines Update: Meine Tochter Charlotte Emma Luise wurde am 26. 12. geboren.
vater-sein-mit-nietzsche
December 27, 2025 6:24 PM
December 26, 2025 6:13 PM
Waldgänger
Ein Einwand gegen den vorherigen Kommentar (mma, 3.12.2025): Wenn Philosophie nur als erbauliche Erholung von der Abnutzung durch vermeintlich fortschrittliche technokratische und kapitalistische Betriebsabläufe dient, anstatt sich mit diesen kritisch auseinanderzusetzen, verkommt sie trotz ihres tendenziell nonkonformistischen Charakters zu einer affirmativen Parteinahme für das Bestehende. In diesem Sinn, nämlich zur Aufwertung eines an sich wenig rühmlichen "Mitmachens" - man will sich eben trotz allem den Anschein geben, irgendwie rebellisch zu sein -, haben heute so manche Philosophie nötig. Sich dies einzugestehen, ist vielleicht der erste Schritt, den philosophischen Anspruch einzulösen, der ansonsten mitunter in schreiendem Gegensatz zum tatsächlich praktizierten Verhalten steht. Übrigens gibt es an Nietzsche so manches zu kritisieren, nicht aber mangelnde Selbstkritik: "Wohlan, ich hatte Wagner nötig", gesteht er sich ein und erkennt sich somit im Rückblick als einen der "Täglich-Abgenützten", denen eben Wagners Inszenierungen "eine Art Ferien für Geist, Witz und Gemüth" zu bieten hatten. Es wäre schade, wenn sich Philosophie heute auf eine vergleichbare Funktion reduzieren würde. Dass sie inzwischen ein Nischendasein führt und man sich Zeit und Ressourcen freigeschaufelt haben muss, um sich tiefgehend mit philosophischen Fragen befassen zu können, ist unbestritten. Es hilft der Philosophie, inmitten funktionalistischer Abläufe und zunehmender Trivialität des Alltags gewissermaßen zu überwintern. Wenn sie sich allerdings nicht mehr aus ihrem Versteck hervorwagt, auf gesellschaftliche Entwicklungen Einfluss nimmt und mitunter zum Stein des Anstoßes wird, hat sie ihren eigenen Anspruch verfehlt.
der-sinn-ist-gefallen-doch-ich-traume-noch
December 26, 2025 4:55 PM
December 25, 2025 1:12 PM
December 25, 2025 11:50 AM
December 24, 2025 1:11 AM
December 22, 2025 9:17 PM
Paul Stephan
Maybe Rilke's poetic vision of a "belief without chapels which silently does it wonders" could serve as an inspiration for people of Christian, Jewish, and Muslim background alike to overcome the current horrible conflicts and work jointly on a world without fanaticism: https://youtu.be/ETmwrW7L7s8?si=GS8NKHH7WCqjnMkg
(And of course one should reread Lessing's "Nathan", always!)
friede-mit-dem-islam
December 22, 2025 9:07 PM
Paul Stephan
Thank you for your response to my comment.
Well, it does not address my main points but changes the topic to the war in Gaza which I only mentioned in a side note. And it does not even give one counterargument to my point that Islam chauvinism might by *one* reason (of many) why the conflict in Palestine is so persistent.
I could now write a lot about my analysis on Gaza but this was neither the topic of my comment nor of Henry's article so I prefer not so discuss it here.
I can just repeat myself here: Jewish chauvinism is of course a problem as well and also Christian chauvinism.
friede-mit-dem-islam
December 22, 2025 6:23 PM
Ferdinand Hardekopf
Holland's brave essay, which refuses to fall into the Islamophobic trap that the Right are working so hard to ensare us in, is hardly worthy of the clichéd predjudices that Paul Stephan and mma seem desperate to reduce it too. Dressed up as liberalism, but merely doing the donkey work of the Reaction, these two commentators are obssessed with turning the conversation back to Hamas, and Heinsohn's outdated and social-darwinistic concept of the "youth bulge": although Holland doesn't even mention these two themes. Because the article is not about them. The collective Stephan invokes in his comment, "us secular non-Muslim intellectuals," does not exist with regard to Muslims in Glasgow & other places in the Global North today: the actual subject of the essay. His splinter group, German-language intellectuals who remain ethically confused & paralysed by the legacy of the Holocaust, won't fail to take the chance to mention Hamas. But fail consistently to talk publicly on the real issue impacting Muslims worldwide: the ongoing and now rebranded genocide in Gaza and the West Bank. Fascinatingly, Haaretz, Israel's oldest Hebrew & English language newspaper, has no problem speaking directly to this reality: their June 26, 2025 report: "100,000 Dead: What We Know About Gaza's True Death Toll": https://www.haaretz.com/gaza/2025-06-26/ty-article-magazine/.highlight/100-000-dead-what-we-know-about-gazas-true-death-toll/00000197-ad6b-d6b3-abf7-edfbb1e20000?fromLogin=success Hamas, by comparison, with around 16,000 still active fighters, account for a whole 0.000008 % of the world's Muslim population. And Hamas' undeniable anti-Semitism is meant to be representative for Judaism & Jewry as a whole?
Sadly, Mr. Stephan's ahistorical and anti-historical analysis of the situation goes from bad to Vance-Netanyahu-Trump-Orban alliance politics, in a dangerously naieve piece of victim blaming: "I think that one of the reasons why the Near East Conflict does not come to a close is simply that from an Islamic standpoint it's hard to accept that they must relinquish a slice of the once conquered region." Ouch. "Must relinquish a slice": have you studied the recent historical sources, Mr. Stephan? Like books by and interviews with Israeli historian Benny Morris, darling of the German pro-political Zionist "Left"? Like the interview Morris gave in the Hebrew-language edition of Haaretz on 8 January 2004, under the title ‘Survival of the Fittest’, which was reprinted in English translation in March 2004 in the New Left Review: https://newleftreview.org/issues/ii26/articles/benny-morris-on-ethnic-cleansing Morris: "What the new material shows is that there were far more Israeli acts of massacre [during the Nabka; from c. 1947] than I had previously thought. To my surprise, there were also many cases of rape. In the months of April–May 1948, units of the Haganah [the pre-state defense force that was the precursor of the IDF] were given operational orders that stated explicitly that they were to uproot the villagers, expel them and destroy the villages themselves." And with even Zionist historians acknowledging "far more Israeli acts of massacre" than previously thought, and with the "many cases of rape"-sexual violence deployed strategically to crush psychologically the non-Jewish, and 95% Muslim population - will Mr. Stephan continue to assert the obsenity that if only the "Islamically minded" would get on with doing what they "must," and hand over a slice of the territory they've lived on for centuries, that all would be well, that the thousands of settler colonialists would throw their weapons into the river or the sea, and shake hands with the grandchildren of those they massacred, expelled, and raped? And with what motivation simply "relinquish" this land, if the IDF is going to take it anyway, with its incomparably superior force of strength. If this is what Nietzschean perspectivism does to you, they should warn the young against it.
Finally: as Stephan proposes that an "inner-Muslim education campaign" is necessary, let's begin with educating the resiliently pro-genocide of Muslim populations faction. The "war" did not start in October 2023, & Netanjahu and his cabinet did not decide to execute the genocide as a retaliation for Hamas' October 2023 terrorist attack; the genocide, backed by a big majority of Israel's population, is not caused by Hamas' anti-Semitism; the 3000 murdered Palestinian civilians in the 2008-2023 period, as documented by the United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs (OCHA; https://www.ochaopt.org/data/casualties) is testament that the international community will certainly back a drawn out decimation of a Muslim population. Intellectuals, refusing to see the reality before their eyes, and in the pattern of classic, untreated neurosis, want to turn from this reality to the marginal issue of Muslim anti-Semitism. Providing useful cover. Should this go unchallenged?
friede-mit-dem-islam
December 22, 2025 10:46 AM
December 21, 2025 3:44 AM
Paul Stephan
Dear Rafael,
thanks a lot for your enlightening remarks.
Until recently, I was totally convinced that the famous anecdote of the marriage proposal(s) were right. It is actually repeated in every biographical text you find on Nietzsche.
When I wrote my text "Who Was Nietzsche?" for his blog, I did some research on Nietzsche and Lou Salomé on my own and I was also astonished by the fact that when you just have a look at the letters of Nietzsche, Lou, and Rée - the best and most reliable source we have on this matter - very little can be said about the actual nature of Nietzsche's and Lou's relationship, not even if it was romantic at all. But I still decided to repeat the story.
I now did some more research and I have to admit that I find your concerns highly plausible. Even the standard biographer Curt Paul Janz only gives Lou's account as a source when writing about the alleged first proposal. But why is she treated as a credible source? Just read the chapter on her in Carol Diethe's great book on Nietzsche's women!
I have taken up your concerns in a footnote to our most recent article on Nietzsche and fatherhood, mentioning you: https://www.nietzsche-poparts.ch/posts/vater-sein-mit-nietzsche
So yes: We all should definitely treat the proposal story with a lot more skepticism in the future. At least I will do it and maybe revise the passage about it in my "Who Was Nietzsche?" text.
Maybe Lou is not outright lying, however. I think it's at least possible that Nietzsche just spoke about his documents plans of a "terminable marriage" to her and she interpreted it as a proposal? But this just an ad hoc idea that would need more research to back it up.
I would treat this anecdote a bit similar to the "Turin horse" event, however. Maybe, when it comes to stories like these, it's not so much about their empirical truths but about a deeper truth they transmit - maybe not so much about the empirical Nietzsche but about Nietzsche as an cultural archetype of modernity. It's obviously a modern repetition of the medieval story on Aristotle and Phyllis. The chauvinist free spirit, preaching independence and solitude, is overwhelmed and humbled by a young, intelligent woman and his own desire for love and maybe sexuality. And Nietzsche seems to present himself as a second Aristotle on the famous photograph!
The Turin horse, Lou, his illness, maybe syphilis - this all forms a modern myth, a myth of a tragic hero of individualism, overwhelmed by his bodily desires. Surely a myth according to Nietzsche's own taste. And we can choose to read it either as a tragedy or a comedy. Maybe we can find a way to indulge these orienting myths and treat them as fictions at the same time?
And I think that this myth is not that far from the actual truth. I'm not an expert on Nietzsche's biography but my current version of the Lou episode would go like this: He was looking for a young intelligent woman who would serve as his personal assistant, mainly as a reader (as is clearly document in a letter to Overbeck from that period). Then he met Lou and hoped to find this woman. Not so much a lover but a friend, helper, and maybe even student. His Tautenburg notes clearly demonstrate how inspiring this encounter with Lou was for him. But then, probably even in Tautenburg, he also developed a romantic and erotic attachment to Lou that she could not reciprocate and which made their friendship impossible in their own eyes.
But there's maybe another possibility: There's an interesting note in Lou's diary of her stay in Vienna in 1912/13 which hints into this direction - and as far as I know this is an authentic diary, not meant for publication. She recalls how her dialogues with Nietzsche touched upon sexual matters (in this case, the alleged connection between masochism and homosexuality), which led to both feeling embarrassed. (I mention it here: https://www.nietzsche-poparts.ch/posts/eine-neue-nietzsche-biographie) So maybe the reason for their break up was mainly that Nietzsche had the feeling that he had revealed too much about himself to her and felt ashamed - and she was embarrassed by Nietzsche's revelations. If this version was true, it would resonate very well with Nietzsche's later thoughts on friendship.
In any case: There's much more to be discovered!
Kind regards!
dionysos-ohne-eros
December 20, 2025 9:47 PM
December 20, 2025 12:33 PM
December 18, 2025 5:19 AM
December 17, 2025 3:02 AM
December 16, 2025 6:14 PM
December 16, 2025 5:31 PM
December 16, 2025 5:26 AM
December 16, 2025 2:10 AM
December 15, 2025 9:41 PM
December 15, 2025 8:24 PM
December 15, 2025 1:55 PM
December 15, 2025 6:41 AM
December 14, 2025 9:49 AM
December 13, 2025 6:54 PM
December 13, 2025 12:34 PM
December 12, 2025 10:45 PM
December 12, 2025 5:12 PM
December 11, 2025 10:06 PM
December 9, 2025 11:06 AM
December 7, 2025 7:19 PM
Пухов Антон Олегович Кронштадт
Кронштадт
auf-bedenklichen-wegen