

Unser Autor Paul Stephan hat langsam die Nase voll. Das Internet wird überflutet von K„I“-Billocontent, oft „KI-Slop“ genannt, der einfach nur auf die Nerven geht – und auch noch mit zahllosen Likes und Followern belohnt wird. Und oft geht es dabei auch noch um Philosophie – und Nietzsche. Wie groß ist der Schaden, der dadurch verursacht wird, dass der so geschaffene künstliche Nietzsche immer mehr den echten verdrängt, wenn immer wieder dieselben Halb- und Unwahrheiten wiederholenden K„I“-Outputs an die Stelle nuancierter menschlicher Interpretationen treten? Wenn maschinell erzeugte Zerrbilder in einem sehr wörtlichen Sinne echte Photographien und künstlerische Portraits verdrängen? Paul Stephan machte sich auf eine, oft frustrierende, Spurensuche und präsentiert Ihnen einige „Glanzstücke“. Auch wenn er nach wie vor der Ansicht ist, dass die K„I“ auch positive Möglichkeiten erschließt – und davon auch selbst hin und wieder Gebrauch macht – hält er es in seinem dritten Aufschlag zum Thema (lesen Sie gerne den ersten und den zweiten Kommentar hier und dort) für angebracht, die Samthandschuhe auszuziehen und den Hammer auszupacken. Stop the slop!


Der Wald ist im Trend. Und damit steht er keineswegs im Widerspruch zu einem anderen, noch größeren Trend unserer Zeit: der Digitalisierung. Mandus Craiss zeigt in diesem Artikel, dass der Wald ein Netzwerk ist. Auch die Digitalisierung geschieht netzwerkförmig; beide Phänomene sind daher charakteristisch für die Postmoderne.
Im ersten Teil des Artikels wird der Wald charakterisiert als nicht-zentralistisches und damit typisch postmodernes Naturphänomen. Im zweiten Teil wird die „Postmoderne“ definiert und die Frage erörtert, inwieweit dieser Epochenbegriff noch oder wieder aktuell ist – ein Diskurs, dessen ganz frühe Wurzeln auch bis zu Nietzsche zurückreichen. Im dritten Teil wird schließlich dargelegt, wie der Netzwerkaspekt der Postmoderne sich zeigt und wie sich das Mensch-Wald-Verhältnis in jüngster Zeit entwickelt hat.
Dieser Artikel ist Teil unserer diesjährigen Schwerpunktreihe „Lebensgrundlage Wald“.


Nietzsche war Zeit seines Lebens ein großer Kritiker des Nationalismus. Besonders das aufkeimende deutsche Nationalgefühl war ihm ein Dorn im Auge und er schrieb seinem Herkunftsland beißende Sätze wie „Definition des Germanen: Gehorsam und lange Beine…“1 ins Stammbuch. Gleichzeitig zählen Nationalisten und Patrioten aller Couleur zu seinen Fans. Wie kann man Nietzscheaner und (deutscher) Nationalist sein? Was ist überhaupt „Nationalismus“ und ist es möglich, diesem Begriff einen positiven Sinn zu geben?
Paul Stephan diskutierte über diese heiklen Themen, die angesichts der Erfolge nationalistischer Parteien weltweit immer mehr an Brisanz gewinnen, in schriftlicher Form mit dem YouTuber, Nietzsche-Kenner und Nationalismusforscher Michael Drescher alias PhrasenDrescher.
Ergänzend setzten beide diesen Dialog in mündlicher Form auf YouTube fort – schauen Sie sich das Ergebnis gerne hier an (oder als reine Audioversion auf SoundCloud).


In der heutigen Welt, die sich modern und gleichberechtigt nennen will, wirken alte Muster fort – Rivalität statt Solidarität, Anpassung statt Aufbruch. Der Essay fragt provokant: Wo sind die Barbaren des 21. Jahrhunderts? Er zeigt das Entstehen einer neuen weiblichen Kraft – einer Frau, die nicht zerstört, sondern verweigert, die sich alten Rollen entzieht und aus Schmerz schöpferische Kraft gewinnt. Durch Beispiele aus der Realität und der Literatur versucht der Text zu zeigen, dass wahre Veränderung nicht in Gehorsam, sondern im mutigen „Nein“ beginnt – und dass Solidarität unter den Frauen die eigentliche Revolution sein könnte.
Wir prämierten den Text mit dem zweiten Platz des diesjährigen Eisvogel-Preises für radikale Essayistik (Link).
Wer ihn lieber anhören möchte, findet ihn zusätzlich eingelesen von Caroline Will auf dem YouTube-Kanal der Halkyonischen Assoziation für radikale Philosophie (Link) oder auf Soundcloud (Link).


Unsere Autorin Natalie Schulte ist neun Monate in Südostasien mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. 5.500 km hat sie zurückgelegt durch Vietnam, Kambodscha, Thailand und Malaysia. Mit im Gepäck zur Motivation und Auseinandersetzung war wie schon häufiger Also sprach Zarathustra. Aber auch jenseits dieses Werkes waren Gedanken Nietzsches häufig präsent. In ihrer kurzen Essayreihe erzählt sie von ihren Reiseerfahrungen mit und ohne Nietzsche.